| Chirurgie
Berlin: Markus Scheibel ist neuer Ordinarius und Direktor der Orthopädie und Unfallchirurgie am CBF – Wolfgang Ertel emeritiert
Prof. Dr. med. Markus Scheibel (51) hat am 1. Oktober 2026 die Professur für Unfallchirurgie und Orthopädie der Charité Universitätsmedizin Berlin, verbunden mit der Leitung der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Campus Benjamin Franklin (CBF), übernommen. Mit Markus Scheibel folgt auch ein Oberbayer auf Prof. Dr. med. Wolfgang Ertel, FACS (67). Ertel ist gebürtig in Weilheim und Schüler von Heberer, Schildberg, Lob und Trentz – er hat die Klinik seit 2001 geleitet und wurde nun emeritiert. Markus Scheibel verbindet Erfahrung in der modernen Traumaversorgung mit ausgewiesener Expertise in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie. Im Fokus seiner klinischen Arbeit stehen Akutversorgung von Verletzungen, moderne Verfahren zur operativen Stabilisierung/Fixierung von Frakturen sowie komplexe rekonstruktive Eingriffe. „Mein vorrangiges Ziel ist es, die Traumaversorgung am CBF als überregionales Traumazentrum gemeinsam mit meinem Team weiter zu stärken und auf höchstem universitätsmedizinischen Niveau weiterzuentwickeln.“ Gleichzeitig möchte er die campusübergreifende Zusammenarbeit in Orthopädie und Unfallchirurgie innerhalb der Charité weiter intensivieren und die Expertise noch enger miteinander verknüpfen. Die spezialisierte muskuloskelettale Chirurgie, insbesondere sein Spezialgebiet die Schulter- und Ellenbogenchirurgie, will er weiter ausbauen. Mit der Rückkehr von Scheibel an die Charité soll die enge Verbindung von moderner Traumaversorgung, spezialisierter Gelenkchirurgie und muskuloskelettaler Forschung weiter gestärkt werden. Auch in der Forschung steht für ihn die Frage im Mittelpunkt, wie Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats noch präziser und nachhaltiger behandelt werden können. Auch möchte er die Möglichkeiten der personalisierten Medizin nutzen. Mit dem BioReconstruction Lab am CBF sollen neue Ansätze zur Heilung und Rekonstruktion von Gewebe entwickelt und möglichst rasch in die klinische Anwendung überführt werden. Gleichzeitig möchte er innovative Technologien wie Mixed Reality und Robotik für die muskuloskelettale Chirurgie weiter erforschen und nutzbar machen. Die Forschung am Campus soll interdisziplinär ausgerichtet werden und die Kooperation mit anderen Fachdisziplinen, Medizintechnik, digitaler Gesundheitsforschung u. a. Partnern gezielt ausgebaut werden. Die Ausbildung des Nachwuchses ist für Scheibel ein wichtiger Bestandteil der Universitätsmedizin. Studierende sollen schon in den ersten Semestern Einblicke in die Orthopädie und Unfallchirurgie erhalten, eigene wissenschaftliche Erfahrungen sammeln und durch Mentoring begleitet werden. So will er jungen Talenten früh klinische und wissenschaftliche Perspektiven eröffnen und sie nachhaltig fördern. Die neue Aufgabe ist Rückkehr an einen prägenden Ort seiner beruflichen Laufbahn: An der Charité hat er seine Facharztweiterbildung beendet, sich 2009 habilitiert und ab 2010 als Oberarzt am Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC) gearbeitet. Markus Scheibel wurde in Mühldorf am Inn geboren. Er studierte in Leipzig, wo er 2002 promoviert wurde. Seine Facharztweiterbildung für Orthopädie und Unfallchirurgie absolvierte er am Klinikum Rechts der Isar der TU München sowie am CMSC der Charité. Dort war er zunächst als Facharzt tätig und habilitierte sich 2009. Dann wurde er Oberarzt der Traumatologie und Schwerstverletztenversorgung sowie Leitender Arzt der Schulter- und Ellenbogenchirurgie. Von 2012 bis 2018 hatte er die gemeinsame W2-Professur für Arthroskopie und Sportmedizin von Charité und Humboldt-Universität inne. 2018 ging er als Chefarzt des Fachbereichs Schulter- und Ellenbogenchirurgie an die Schulthess Klinik Zürich und blieb zugleich Visiting Professor am CMSC. Zusammen mit Prof. Dr. med. Andreas Seekamp bildete Markus Scheibel 2024 die Führungsspitze der DGOU. Aktuell ist er Präsident der Europäischen Gesellschaft für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (SECEC).