| Chirurgie
In memoriam Klaus Junghanns (1939–2026)
Am 18. September 2026 verstarb Prof. Dr. med. Klaus Junghanns nach einer längeren, schweren Krankheit im Alter von 87 Jahren. Klaus Junghanns wurde als einziger Sohn des Chirurgen Prof. Dr. med. Herbert Junghanns und seiner Ehefrau Dr. med. Ilse Junghanns am 13. März 1939 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Besuch der Schulen, u.a. der Schule Schloss Salem am Bodensee, und dem Erwerb der Hochschulreife, studierte er in Heidelberg. 1963 wurde er in Heidelberg promoviert und machte dort seine chirurgische Ausbildung bei Prof. Dr. med. Fritz Linder in der Chirurgischen Universitätsklinik. 1966 war er zu einem Auslandsaufenthalt in Philadelphia, USA. 1973 habilitierte er sich in Heidelberg und wurde 1976 zum Professor ernannt. Er war Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Gefäßchirurgie. 1981 wurde Professor Klaus Junghanns zum Chefarzt der Chirurgie am Klinikum in Ludwigsburg gewählt, dem damals größten Kreiskrankenhaus in Deutschland. Er hat dort die Nachfolge von Professor Martin Nagel angetreten, der die Klinik von 1972 bis 1980 leitete. Nach rund 23 erfolgreichen Jahren in Ludwigsburg trat Klaus Junghanns im März 2004 in den Ruhestand und übergab sein Amt an Professor Thomas Schiedeck.
Professor Klaus Junghanns war über ein Vierteljahrhundert eine tragende Säule im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Der Familientradition folgend, sein Vater war 1961 Präsident und von 1971 bis 1981 Generalsekretär der DGCH, wirkte Klaus Junghanns von 1996 bis 2011 bei der DGCH als Schatzmeister und war seit 2007 Ehrensenator im Vorstand. Auch hat er sich neben seiner Aufgabe als Chefarzt am Klinikum Ludwigsburg seit den Neunzigerjahren im chirurgischen Berufsverband BDC engagiert, davon lange Jahre als Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg. Im Ruhestand beschäftigte sich Klaus Junghanns noch lange Zeit mit dem Ressort Arztrecht. Junghanns galt als ein echter Gentleman der Deutschen Chirurgie, zuvorkommend, integer, verlässlich, pflegte keine selbstdarstellerischen Aktivitäten und blieb bei aller Prominenz stets zurückhaltend. Zu Ehren des Chirurgen Herbert Junghanns wurde seit 2004 jährlich das Herbert-Junghanns-Reisestipendium vergeben, das nun als Klaus-Junghanns-Reisestipendium zur Förderung des chirurgischen Nachwuchses fortgeführt wird.
Mir persönlich stand Professor Klaus Junghanns während der ersten fünf Jahre meines Berufslebens im Rahmen der Chirurgie stets als freundlicher und zuverlässiger Berater zur Seite. Ich habe sehr viel von ihm gelernt. Dafür ein herzliches Dankeschön! Norbert Krämer