Antwort zu: Hätten Sie’s gewusst?
aus ZPA direkt 9/2026
Frage 1: Zu Ihnen kommt eine 67-jährige Patientin in die Sprechstunde. Sie klagt darüber, ein
Fremdkörpergefühl an beiden Augen zu verspüren. Bei der Untersuchung mit dem
Spaltlampenmikroskop sehen sie den unten dargestellten Befund. Ansonsten bestehen an beiden
Augen keine Besonderheiten. Wie lautet Ihre Diagnose? In diesem Fall haben Sie keine Multiple-
Choice und müssen spontan entscheiden.
Antwort zu Frage 1: Es bestehen LIPCOF.
LIPCOF ist das Akronym für lidkantenparallele konjunktivale Falten. Diese Bindehautfalten verlaufen
parallel zur Unter-und Oberlidkante und gelten als Zeichen eines Trockenen Auges (TA). Je stärker ein
TA ausgeprägt ist, desto größer sind die lidkantenparallelen Falten. LIPCOF treten in allen vier
Quadranten auf, lassen sich aber am besten im temporal unteren Quadranten klassifizieren. Dies
geschieht entsprechend des Schweregrades in Stufen von 0 bis 4.
Frage 2: Zu den White-Dot-Syndromen gehört
Antwort zur Frage 2: e) ist falsch.
Zur Gruppe der White-Dot-Syndrome gehören Erkrankungen, die mit weißlich-gelblichen
entzündlichen Veränderungen im retinalen und chorioidalen Niveau einhergehen. Beim
White-Dot-Syndrome handelt es sich um eine Gruppe von Erkrankungen mit vermuteter
immunologischer Genese, die normalerweise keine systemische Manifestation aufweisen.
Die Läsionen treten typischerweise akut oder subakut, unilateral oder bilateral auf. Zu den White-
Dot-Syndromen gehören u. a. Multiple Evanescent White-Dot-Syndrom, punktförmige innere
Chorioidopathie, akute posteriore multifokale plakoide Pigmentepitheliopathie und die Birdshot-
Chorioidopathie. Bei der atypischen kongenitalen Hypertrophie des Pigmentepithels
dunkel liegen pigmentierte oder teils depigmentierte Flecken vor.