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Schumpelick, V

Unterm Messer

EUR 19,90 (inkl. MwSt.)

  • 2012, 13 x 21 cm, 176 Seiten, gebunden
  • ISBN 978-3-942825-09-2
  • Autor: Schumpelick, V

Durch ihre zunehmende Ökonomisierung droht die heutige Medizin den Patienten als Individuum mehr und mehr aus dem Blick zu verlieren. Dies jedoch ist eine Entwicklung, die in die falsche Richtung geht, weil sie das eigentliche Primat der ärztlichen Tätigkeit – das Wohl des Patienten – in den Hintergrund rückt und damit dem Patienten wie auch seinem Arzt schadet. Wie wichtig die persönliche Beziehung zwischen Patient und Arzt ist und welchen hohen Stellenwert sie in jedem Krankheitsfalle hat und haben muss, macht der Chirurg Professor Volker Schumpelick anhand von exemplarischen Erlebnissen aus seiner Kliniktätigkeit deutlich. Studenten der Medizin und junge Ärzte erhalten durch diese Berichte einen anschaulichen und besonderen Einblick in den Klinikalltag. Erfahrenen Ärzten werden sie Anlass zu eigenen Reminiszenzen sein und Patienten wie auch deren Angehörige erhalten einen Einblick in eine Welt, in welcher der Patient „unter dem Messer“ immer Mensch bleibt.

Rezension von Prof. Dr. Karl Heinz Schriefers (Koblenz) in Arzt und Krankenhaus 8/2012
Verantwortung, Aufgaben, Pflichten, Sorgen, Kümmernisse, Leiden, aber auch Freuden, wie Erfolge und Misserfolge, die unterm Messer eines leitenden Krankenhauschirurgen erlebt werden, finden sich in diesem Buch. Sie werden von zahlreichen anekdotischen Beispielen aus dem klinischen Alltag begleitet. Man trifft auf die sexuell begründete Verquickung von Fixateur-Gestängen ebenso wie auf erschütternde Zeugnisse übergroßer Liebe wie auf Rezepte lebenslangen Beisammenseins von Ehepartnern.
Der Autor wäre kein Chirurg, würde er nicht mit einer chirurgischen Glanzleistung enden: der erfolgreichen Operation einer inkarzerierten Nabelhernie einer 320 Kilogramm wiegenden Frau. Und man erkennt ihn als Angehörigen einer Generation von gestern: Ökonomische Probleme findet man nur in seinem Nachwort, und er kann es sich leisten, die von ihm geleitete Institution als „meine Klinik“ zu bezeichnen.

Rezension von Prof. H. H. Büttner (Wismar), erschienen in Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 2/2013
Chirurgie ist die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung durch anatomische Korrektur, d. h. durch Operation. Was juristisch eine Körperverletzung ist, rechtfertigt sich durch die Erfolgsaussicht und bleibt straffrei durch Aufklärung, Einverständnis und die gebotene Sorgfalt. "Unterm Messer" ist das Buch eines leitenden Klinikchirurgen mit selbst erlebten Patientenkontakten aus einer langen Berufszeit. Volker Schumpelick (Jahrgang 1944) übernahm 1985 den Chirurgischen Lehrstuhl am Universitätsklinikum Aachen (RWTH) und bekleidete diesen bis 2010. Er ist Verfasser zahlreicher medizinischer Lehrbücher, Mitherausgeber mehrerer Fachzeitschriften und gilt als einer der bedeutenden Promotoren der Hernien- und Dickdarmchirurgie.
In den vorliegenden Krankengeschichten spürt man Verantwortung, Pflicht, Sorge, aber auch Freude und Erfolg - und das alles "verpackt" in Anekdoten. Wer bei manchen Erlebnissen schmunzelt, hat noch Reserven. Einige Beispiele: Vom "Patiententestament" und "Sex im Krankenhaus" über "Der fremde Kuss" bis zu "Kaufleute" und "Anti-Krebs-Spray" findet sich eine lesenswerte Vielfalt. Der Verfasser wäre kein Chirurg, würde sein Buch nicht mit einer chirurgischen Glanzleistung enden: der gelungenen Operation einer inkarzerierten Nabelhernie bei einer 320 kg schweren Frau.
Der Autor stammt vermutlich aus einer aussterbenden Ärztegeneration, denn wirtschaftliche Probleme finden sich nur im Nachwort. Und er leistet es sich, von "meiner Klinik" zu sprechen. Das Buch ist eine sehr persönliche, aber mitfühlende und anekdotische Interpretation von Krankenbetreuung. Dabei überwiegt die ärztliche Pflicht und nicht das Kuriose und Komische.
Das Leben sind eigentlich die Tage, die in Erinnerung bleiben. Und: "Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für de Weltmann der größte Schatz ..." (Goethe). Die Lektüre ist Studenten und jungen Ärzten als Hoffnungsbotschaft auf eine humanere Medizin zu empfehlen, ältere Kollegen erinnert sie an eigene Erlebnisse und Patienten und Angehörigen wird Vertrauen vermittelt.