Uniportale Videothorakoskopie während der lasergestützten Entfernung von Schrittmacher- und Defibrillatorsonden
Max Wacker, Patrick Zardo, Jens Wippermann, Ingo Slottosch, Henning Busk
Die Häufigkeit transvenöser Sondenextraktionen (transvenous lead extraction, TLE) von permanent implantierten, transvenösen Herzschrittmacher- und Defibrillatorsonden nimmt mit der alternden Bevölkerung zu [1]. Für die TLE von Elektroden mit langer Verweildauer werden häufig Extraktionssysteme wie lasergestützte Hülsen – sogenannte Sheaths – verwendet, die klinische Erfolgsraten von bis zu 96 Prozent aufweisen [2]. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wie eine Herzbeuteltamponade oder massive Blutungen aufgrund einer Verletzung der oberen Hohlvene oder des rechten Vorhofs sind selten (1–5 %), enden aber oft tödlich [3]: Die Sterblichkeitsrate von Patienten mit Gefäßverletzungen und massiven Folgeblutungen wird mit bis zu 40 Prozent angegeben [4]. Daher sind neue Strategien zur Verbesserung der Sicherheit der lasergestützten TLE (LTLE) erforderlich. Im Jahr 2014 berichteten wir über den erfolgreichen Einsatz der rechtsseitigen uniportalen Videothorakoskopie (UVATS) während der LTLE in einer Serie von fünf Fällen in unserem Krankenhaus [5]. Die UVATS während der LTLE ermöglicht die direkte Visualisierung und Blutungskontrolle kritischer Strukturen (Vena cava superior, rechter Vorhof, rechte Vena subclavia) während des Eingriffes (W Abb. 1). Die Durchführbarkeit und Sicherheit der UVATS während der LTLE wurde jedoch bis heute noch nicht an einer größeren Patientenkohorte untersucht. Wir berichten daher über die Ergebnisse von 71 Patienten, die in den letzten fünf Jahren in unserer Einrichtung einer LTLE mit und ohne UVATS unterzogen wurden.
Alle Eingriffe wurden unter Vollnarkose und Herz-Lungen-Maschinen-Bereitschaft sowie im Falle der UVATS-Gruppe mit Einzellungenbeatmung durchgeführt
Unsere institutionelle Datenbank wurde retrospektiv nach Patienten durchsucht, die sich zwischen Januar 2014 und Dezember 2018 einer LTLE mit (UVATS-Gruppe) und ohne UVATS (Nicht-UVATS-Gruppe) unterzogen haben. Alle Eingriffe wurden von demselben erfahrenen Chirurgen durchgeführt, der Facharzt für Herz- und Thoraxchirurgie ist. Die Entscheidung für eine begleitende UVATS wurde für jeden Patienten individuell getroffen und basierte auf Risikofaktoren wie der Verweildauer der Elektroden, der Anzahl der zu entfernenden Elektroden, der Art der Elektroden und der Gebrechlichkeit des Patienten. Bei Patienten mit vorangegangenen Herzoperationen wurde das Nicht-UVATS-Verfahren bevorzugt, jedoch nicht darauf beschränkt, da davon ausgegangen wurde, dass die postoperativen perikardialen Verwachsungen den Patienten vor einer Perikardtamponade und Blutungen schützen würden. Unser chirurgisches Protokoll wurde bereits von Zardo et al. beschrieben [5]. Alle Eingriffe wurden unter Vollnarkose und Herz-Lungen-Maschinen-Bereitschaft sowie im Falle der UVATS-Gruppe mit Einzellungenbeatmung durchgeführt.
