Nachricht aus CHAZ 1-2018
Kienbaum-Vergütungsstudie 2017:
Gehälter bei Krankenhaus-Managern steigen stärker als bei Ärzten
Im vergangenen Jahr erhalten erstmals die nichtmedizinischen Führungskräfte in den Krankenhäusern eine größere Gehaltssteigerung als Ärzte: So wurde die Vergütung der nichtmedizinischen Führungskräfte um durchschnittlich 3,9 Prozent erhöht, Ärzte mussten sich mit 3,2 Prozent begnügen. Dies veröffentlichte die Personal- und Managementberatung Kienbaum in ihrer Vergütungsstudie „Ärzte, Führungskräfte & Spezialisten in Krankenhäusern 2017“. Es wurden 143 Krankenhäuser/Kliniken in Deutschland befragt, mit Angaben zu mehr als 3000 Positionen.
Chefärzte verdienen fachgebietsabhängig am besten
Nach wie vor erhalten die Chefärzte die höchste Vergütung und lassen mit einem durchschnittlichen Jahressalär von 288 000 Euro die Klinikleitung hinter sich. Diese verdient im Schnitt 199 000 Euro/Jahr – etwa halb so viel wie bei vergleichbaren Positionen in der Privatwirtschaft mit 366 000 Euro. Unter den Chefärzten verdienen die Internisten und Radiologen am besten mit durchschnittlich 356 000 Euro bzw. 338 000 Euro, die der Gynäkologie und Pädiatrie mit 238 000 Euro bzw. 202 000 Euro hingegen deutlich weniger. Bei den Oberärzten zeigt sich keine so breite Streuung der Gehälter, aber auch deutliche Unterschiede: Ein Chirurg liegt beispielsweise bei durchschnittlich 146 000 Euro, ein Geriater bei 105 000 Euro.
Unter den Abteilungsleitern in der Klinikverwaltung gehören die Personalleiter mit 95 000 Euro zu den Top-Verdienern, am unteren Ende der Spanne befinden sich mit durchschnittlich 58 000 Euro die Leiter von Servicebereichen wie Küche und Reinigung. In jedem Fall beeinflusst die Größe des Krankenhauses die Höhe der Vergütung erheblich: Bei den Geschäftsführern bewegen sich die Bezüge zwischen 157 000 Euro in kleineren Krankenhäusern (<250 Beschäftigte) und 259 000 Euro in größeren Krankenhäusern (<2000 Mitarbeiter). Wie in der Privatwirtschaft zahlen auch Krankenhäuser vermehrt eine variable Vergütung aus, jedoch längst nicht im gleichen Umfang – 94 Prozent vs. 73 Prozent. Im Schnitt macht der Bonus bei Krankenhaus-Geschäftsführern 16 Prozent der Gesamtvergütung aus. Unter den Chefärzten erhalten 96 Prozent variable Gehaltsbestandteile. „Auch Krankenhäuser sind wirtschaftliche Unternehmen, die profitabel arbeiten müssen. Variable Vergütungskomponenten nehmen in der Vergütungspraxis bei Chefärzten eine sehr bedeutende Rolle ein und sind im Markt durchweg üblich“, sagt Thomas Thurm von Kienbaum und ergänzt: „Dabei zeigt sich seit vielen Jahren eine Verschiebung eher weg vom reinen Liquidationsrecht hin zu anderen, auch kombinierten Formen, insbesondere zu Bonusvereinbarungen“. Mit 40 Prozent ist das Liquidationsrecht nach wie vor die dominierende Gestaltungsform der variablen Vergütung von Chefärzten, im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anteil um sechs Prozentpunkte gesunken. 18 Prozent der Chefärzte erhalten eine Bonusvereinbarung – das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche variable Vergütung beträgt 137 000 Euro (38 % der Gesamtvergütung).
Bei den Zusatzleistungen erhalten in Krankenhäusern 69 Prozent der Geschäftsführer einen Geschäftswagen. Auf den Ebenen darunter fahren 17 Prozent des Direktoriums und acht Prozent der Führungskräfte einen Dienstwagen.
Der Vergütungsreport ist online im Kienbaum-Shop käuflich zu erwerben. Thomas Thurm, Tel. 0173 560 84 58, thomas.thurm@kienbaum.de
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