Neue Wundauflage zeigt Heilungszustand äußerlich an

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat den Prototyp einer neuartigen Wundauflage entwickelt, der in der Lage ist, den Stand des Wundheilungsprozesses mit Hilfe von Sensoren anzuzeigen. So kann eine schlecht heilende oder infizierte Wunde auch ohne ein Wechseln des Wundverbandes identifiziert werden. Ändert sich der pH-Wert einer Wunde, wie dies beispielsweise bei chronischen, nicht schließenden Wunden der Fall ist, so wird diese Änderung durch Sensoren erkannt, die im Trägermaterial des Verbandes eingebaut sind. Als Sensor fungiert ein Farbstoff, der eine pH-Wert abhängige Fluoreszenz zeigt, die mit einer einfachen UV-Lampe sichtbar gemacht werden kann.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass ein unnötiger Verbandswechsel vermieden werden kann: Um den Heilungsverlauf einer chronische Wunde zu kontrollieren, genügt ein Blick auf die Wundauflage. So wird die verletzte Haut weniger irritiert und kann besser heilen. Zudem sinkt das Risiko für bakterielle Infektionen, das bei jedem Verbandswechsel gegeben ist. Für das Pflegepersonal bedeutet dies weniger Zeitaufwand und daher niedrigere Kosten – nach Angaben der Empa wurden im letzten Jahr weltweit 17 Milliarden US-Dollar für Wundbehandlungen ausgegeben. Die Wissenschaftler arbeiten derzeit mit verschiedenen Industriepartnern an einem marktreifen, kostengünstigen Produkt, das etwa 15 Prozent teurer werden soll als herkömmliche Wundauflagen. Die neue Wundauflage soll zukünftig mit der Smartphone-Kamera ausgelesen werden können – auch von den Patienten selbst.