Presbyopiekorrektur: Ein-Jahresergebnisse mit einem intrakornealen Inlay
Nach einem Jahr hatte bei 55% der Patienten die unkorrigierte binokulare Sehschärfe in der Nähe (UNVA) um mehr als 3 Zeilen zugenommen; die binokulare unkorrigierte Sehschärfe (UIVA) war bei 65% um 1 oder mehr Zeilen verbessert. Das durchschnittliche sphärische Äquivalent des operierten Auges lag in dem Kollektiv vor dem Eingriff bei +0,25 dpt und betrug ein Jahr postoperativ -0,47 dpt. Keiner der Patienten trug noch für Naharbeit eine Brille. Der binokulare bestkorrigierte Visus in der Ferne (CDVA) blieb bei 55% der Patienten unverändert, 15% verzeichneten eine Zunahme um 1 Zeile und bei 30% verschlechterte sich die Sehschärft in der Ferne um 1 Zeile. Zu keinem Untersuchungszeitpunkt wurde ein signifikanter Rückgang der Endothelzellzahl verzeichnet. Bei 6 der 22 Patienten wurden stromale Trübungen vor und um das Inlay beobachtet, bei 2 Patienten wurde eine Explantation vorgenommen.
Klinikdirektor Thomas Kohnen zog ein Fazit: Mit einer längeren Beobachtungszeit wäre eine genauere Aussage über Langzeitkomplikationen und hinsichtlich der Sicherheit sowie Effizienz des Inlays möglich. Nichtsdestotrotz zeige die Studie Möglichkeiten mit der Implantation des Flexivue Microlens Inlays in der Presbyopiebehandlung auf: Man müsse abwägen zwischen einer signifikanten Verbesserung der monokularen und binokularen Nahsehschärfe und einer Einbuße bei der monokularen Fernsehschärfe.
Kohnen T et al (2024) Visual outcomes and safety of a refractive corneal inlay for presbyopia: One-year results. <
J Refract Surg 40: e1-e9
