Drainage mit Perfluorocarbon ist bei Makula-off-Amotio der Standardtechnik nicht überlegen
80 Augen mit einer Makula-off-Netzhautablösung wurden retrospektiv eingeschlossen. Bei allen wurde eine Pars-plana-Vitrektomie (25-Gauge) durchgeführt. In einer Gruppe (n = 40) wurde die Drainage der subretinalen Flüssigkeit mittels Perflourocarbon durchgeführt, in der anderen Gruppe (n=40) mit partieller subretinaler Flüssigkeitsdrainage (SRFD) wurde die subretinale Flüssigkeit teilweise durch einen bereits bestehenden Netzhautriss ohne Einsatz von PFCL abgeleitet. Nachuntersuchungen nach 3 und 6 Monaten bewerteten die anatomischen Ergebnisse mittels optischer Kohärenztomografie, bestkorrigierter Sehschärfe und Metamorphopsien.
Die Wiederanlageraten waren in der PFCL-Gruppe (97,5 %) und in der SRFD-Gruppe (95%) vergleichbar. Die mittlere bestkorrigierte Sehschärfe betrug 0,23 logMAR in der PFCL-Gruppe und 0,15 logMAR in der SRFD-Gruppe (dezimal etwa 0,6 und 0,7). Metamorphopsien wurden von 19 Patienten (47,5 %) in der PFCL-Gruppe und von 12 Patienten (30 %) in der SRFD-Gruppe berichtet. Eine Re-Amotio trat in den ersten 3 Monaten bei 1 Auge der PFCL-Gruppe und bei 2 in der SRFD-Gruppe auf, in den folgenden 3 Monaten erlitt kein Auge eine erneute Netzhautablösung.
Die Schlussfolgerung der Autoren aus Straßburg und Besançon lautet: "Zwar sind beide Techniken effektiv und können für die Behandlung der primären Makulaablösung empfohlen werden, doch sollte die potenzielle Toxizität von Perfluorocarbon bedacht werden und die Substanz nur bei ausgewählten Patienten eingesetzt werden."
Wurtz M et al (2024) Perfluorocarbon liquid use during vitrectomy for macula-off retinal detachment has no impact on macular folds and metamorhopsia. Retina 44: 1891–1898
