Migräne und Glaukomrisiko: Die Aura macht keinen Unterschied

Setzte man die adjustierte „hazard ratio“ (HR), an Glaukom zu erkranken, für Menschen ohne Migräne mit 1,0 an, so war das Glaukomrisiko für Migränepatienten statistisch um fast 24% erhöht: die HR betrug für sie 1,238. Es machte keinen statistischen Unterschied, ob die Migräne mit Aura (HR: 1,248) oder ohne Aura (HR: 1,235) auftrat. Dies überrascht die Studienautoren: „Migräne mit Aura stellt einen potenziellen pathophysiologischen Mechanismus dar, bei dem eine lokale und leichte Hypoperfusion durch Veränderungen der Blutgefäße und Mikroembolien ausgelöst wird und sich kortikal ausbreiten kann. Migräne mit Aura wurde mit vaskulären Erkrankungen assoziiert; speziell einige kardiovaskuläre Erkrankungen wurden mit Migräne mit Aura in Verbindung gebracht. Darüber hinaus gilt Migräne mit Aura konsequent als unabhängiger Risikofaktor für einen ischämischen Schlaganfall. Daher hatten wir die Hypothese aufgestellt, dass POAG enger mit Migräne mit Aura verknüpft ist – unsere Ergebnisse zeigten jedoch keinen nennenswerten Unterschied im Risiko der Entwicklung eines Offenwinkelglaukoms je nach dem Aura-Status.“

Weitere Risikofaktoren für das Offenwinkelglaukom waren neben dem höheren Lebensalter das männliche Geschlecht (HR: 1,164), das Vorliegen eines Diabetes mellitus (HR: 1,613), eines Hypertonus (HR: 1,271) und einer Hyperlipidämie (HR: 1,386).

Kim HJ et al (2025) Association between migraine and open angle glaucoma: A 12-year nationwide retrospective Korean cohort study. J Glaucoma 34: 13–18