Mini-Keratoplastik: Indikationen und Ergebnisse

Als einen anatomischen Erfolg (= keine weitere chirurgische Intervention notwendig) klassifizierten Klinikdirektor Gerd Geerling und Mitarbeiter 23 der 37 Augen (62%), darunter alle 7 Augen mit aktiver herpetischer Keratitis. Die Ein-Jahres-Überlebensrate der Transplantate lag bei 78,4%. Die durchschnittliche bestkorrigierte Sehschärfe (CDVA) der betroffenen Augen betrug präoperativ in dem Kollektiv 1,42 logMAR, nach einem halben Jahr 1,5 logMAR und nach einem Jahr 1,3 logMAR. Als einen vollen funktionellen Erfolg (= CDVA von dezimal 0,4 bzw. 0,4 logMAR) konnten nach einem Jahr 28% der behandelten Augen gelten, als einen bedingten funktionellen Erfolg (= CDVA von dezimal 0,05 bzw. 1,3 logMAR) bewerteten die Autoren 36% der Verläufe, während bei ebenfalls 36% die erreichte Sehschärfe als Fehlschlag galt. 14 der 37 Augen (38%) entwickelten postoperative Komplikationen, mehr als die Hälfte dieser Patienten litten an einem Diabetes mellitus Typ 2. Bei einem Patienten musste eine Eviszeration vorgenommen werden; das phthitische und mehrfach nach Retinopathia praematurorum voroperierte Auge entwickelte nach einer Re-Keratoplastik (mit normal großem Transplantat) ein erneutes Ulkus und eine Endophthalmitis.

Die Düsseldorfer Autoren werten die funktionellen Ergebnisse als insgesamt moderat und ohne signifikante Visusanstiege nach einem halben und nach einem Jahr, weisen allerdings darauf hin, dass „die notfallmäßige Mini-Keratoplastik eine akute therapeutische Intervention zur Wiederherstellung der Integrität des Auges, der Ausräumung von Infektion und Inflammation sowie der Vermeidung künftiger Komplikationen ist, während die elektive perforierende Keratoplastik meist aus optischen Gründen erfolgt."

Fathai H, Geerling G, Menzel-Severing J (2023) Indications and outcomes of keratoplasty ≤ 5.5 mm diameter (“mini-keratoplasty”). BMC Ophthalmol, online publiziert am 10. Oktober. doi: 10.1186/s12886-023-03150-6