Therapie mit Januskinase-Inhibitoren: Assoziation mit reduziertem Risiko für AMD

Im Beobachtungszeitraum trat eine inzidente AMD bei JAKi-Anwendern mit einer Häufigkeit von 1,96 pro 1000 Personenjahre, bei nicht mit dieser Wirkstoffklasse behandelten Patienten von 3,58 pro 1000 Personenjahre auf. Dies entspricht einer adjustierten Risikorate („Adjusted Incidence Rate Ratio“, AIRR) von 0,51. In einer der Datenbanken (MarketScan) wurde für Patienten unter JAKi-Therapie sogar eine Verringerung der AMD-Inzidenz um 73% beschrieben.

Die pharmakologische Erklärung für den protektiven Effekt der Januskinase-Inhibitoren könnte in spezifischen Charakteristika des Entzündungsgeschehens bei AMD liegen: eine Hyperaktivierung der JAK2/STAT3- und NF-kβ-Signalwege und eine Erhöhung der Serumspiegel von C-reaktivem Protein und verschiedenen entzündlichen Zytokinen wie IL-1β, IL-4, IL-8, IL-17 sowie dem Tumor-Nekrose-Faktor α. Die weitere Untersuchung des Zusammenhangs zwischen JAKi-Einsatz und AMD-Inzidenz kann nach Einschätzung der Autoren möglicherweise Einblicke in die komplexen immunologischen und entzündlichen Prozesse geben, die bei dieser Krankheit die Pathophysiologie prägen.

Hallak JA et al (2024) Janus kinase inhibitor therapy and risk of age-related macularndegeneration in autoimmune disease. JAMA Ophthalmol, online publiziert am 11. Juli. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2024.2376