Postoperativer Endothelzellrückgang: FLACS vs. Phakoemulsifikation

Untersucht wurden 96 Augen von 78 Patienten (Durchschnittsalter 61,4 Jahre) präoperativ sowie 1, 3 und 6 Monate postoperativ nach FLACS und 110 Augen von 87 Patienten (Durchschnittsalter 64,5 Jahre) nach konventioneller Phakoemulsifikation. Die durchschnittliche beim Eingriff notwendige Gesamtphakozeit war in der FLACS-Gruppe mit 57,3 Sekunden deutlich geringer als in der Phakogruppe mit 75,12 Sekunden. Nach 1 Monat wiesen die FLACS-Patienten eine signifikant geringere Zunahme der Hornhautdicke an den Positionen 1 und 2 auf. Zu diesem Zeitpunkt war die Abnahme der Endothelzellen im Zentrum der Hornhaut nach FLACS durchschnittlich -79 Zellen gegenüber -115 Zellen bei der Phakogruppe. Vergleichbar war es nach 3 und 6 Monaten. In beiden Gruppen wurde die ausgeprägteste Abnahme der Endothelzellzahl an Position 2, der Region der größten Inzision, registriert: um durchschnittlich -333 Zellen (FLACS) bzw. -374 Zellen (Phako) nach 3 Monaten – eine Zellabnahme, die auch nach einem halben Jahr noch stattfand oder – wie die Untersucher es nennen – progressiv war. Die Autoren resümieren hierzu: „Die Studie legt nahe, dass FLACS den Endothelzellrückgang minimieren und zusätzlichen Schaden am Hornhautendothel vermeiden kann... Der auch nach sechs Monaten noch stattfindende Rückgang der Endothezellzahlen nahe der größten Wundstelle deutet auf einen weiterhin dort stattfindenden Endothelumbau (remodeling)."                                                                                 

Altansukh A et al (2024) Comparison of corneal endothelial cell loss in FLACS: impact on endothelial cells in different regions. J Cataract Refract Surg 50: 912–918