Japanische Studie: Inzidenz intraokularer Entzündungen von 12,2% unter Brolucizumab-Therapie im ersten Jahr
Die Analyse erfasste 1.351 Patienten eines Durchschnittsalters von 75,3 Jahren mit neovaskulärer AMD, die zwischen Mai 2020 und Mai 2021 mit dem VEGF-Inhibitor behandelt wurden. Die kumulative Inzidenz der intraokularen Entzündungen betrug in diesem Kollektiv nach 3 Monaten 8,7%, nach 6 Monaten 10,3% und nach 1 Jahr 12,2%. Bei mehr als der Hälfte der betroffenen Augen traten bereits nach der ersten Injektion intraokulare Entzündung auf. Eine retinale Vaskulitis oder eine retinale okklusive Vaskulitis hatten mit 53 Augen rund ein Drittel der von intraokularen Entzündungen Betroffenen (3,9% des Gesamtkollektivs). Diese Komplikationen traten im Schnitt 57 nach der ersten bzw. 26 Tage nach der letzten Injektion im Behandlungsjahr auf. Ein ausgeprägter Visusrückgang von 3 oder mehr Zeilen war mit 0,67% (9 Augen) relativ selten.
Die japanischen Autoren ermittelten zwei statistisch signifikante Risikofaktoren für das Auftreten einer intraokularen Entzündung unter intravitrealer Brolucizumab-Therapie. In erhöhtem Maße gefährdet sind danach Patienten mit einer Vorgeschichte an intraokularen Entzündungen und/oder retinalen Vaskulitiden mit einer „Odds ratio“ (OR) von 5,41 und Frauen mit einer OR von 1,99. Keine signifikante Assoziation mit Komplikationen wurde für ein höheres Alter (über 77 Jahre), bilaterale Injektion von Brolucizumab, Diabetes mellius und arterielle Hypertension sowie dem vorhergehenden Einsatz eines anderen VEGF-Hemmers ermittelt.
Inoda S et al. (2023) Incidence and risk factors of intraocular inflammation after Brolucizumab treatment in Japan: A Multicenter AMD study. Retina, online publiziert am 28. November, doi:10.1097/IAE.0000000000004009
