PEX: Bei welchen Augen während der Kataraktoperation in erhöhtem Maße Zonulakomplikationen drohen
Bei den 315 Augen von 315 Patienten wurde ein Kapselspannring benutzt, wenn weniger als etwa ein Drittel der Zonulafasern von einer Dialyse betroffen waren; erstreckte sich die Dialyse mit oder ohne Hinterkapselruptur über ein größeres Segment, wurde eine transsklerale Naht oder eine intrasklerale Fixation der IOL vorgenommen. Zonulakomplikationen traten bei 31 Augen (9,8%) während der Phakoemulsifikation auf; bei 22 war der gesamte oder der größte Teil der Fasern geschwächt oder dialysiert und bei 3 Augen riss die Hinterkapsel ein.
Die Berechnung der „Odds ratio“ (OR) ließ verschiedene Risikofaktoren für diese Komplikationen erkennen. Eine schlechte Mydriasis (Pupillendurchmesser nach Mydriatika-Applikation von weniger als 6,3 mm) war im Vergleich zu einer normalen Pupillenerweiterung mit einer um den Faktor 4,81 erhöhten OR assoziiert. Lag zu der nicht genügend erweiterten Pupille auch noch eine flache Vorderkammer von weniger als 2,074 mm vor, betrug die OR gegenüber Augen ohne diese Parameter 23,99. Eine Dezentrierung der Linse um mehr als 0,26 mm zusätzlich zu ungenügender Mydriasis und flacher Vorderkammer führte gegenüber Augen mit einer besseren Mydriasis zu der sehr hohen OR von 287,39. Die Autoren empfehlen nachdrücklich eine exakte präoperative Messung dieser drei Parameter; die Chirurgen sollten sich bei den geschilderten Ausgangssituationen auf den möglichen Gebrauch eines Kapselspannrings und eine Sklerafixation vorbereiten.
Hayashi K et al (2024) High-risk factors for zonular complications during cataract surgery in eyes with pseudoexfoliation syndrome. Br J Ophthalmol, online publiziert am 30. Januar. doi: 10.1136/bjo-2023-324832
