Kataraktoperation bei neovaskulärer AMD: Rund 40% der Patienten mit verbessertem Visus von drei Zeilen oder mehr

Die Augen mit einer nAMD hatten im Schnitt vor der Kataraktoperation 9,1 Anti-VEGF-Injektionen erhalten, in der Subgruppe der Augen mit aktiver neovaskulärer AMD waren vor dem Eingriff im Schnitt 12,3 Injektionen erfolgt. Zwar war bei den intraoperativen Komplikationen die hintere Kapselruptur annähernd gleich häufig (2,90% in der nAMD-Gruppe, 2,72% in der Kontrollgruppe), doch Augen mit 10 oder mehr intravitrealen Injektionen wiesen ein deutlich erhöhtes Risiko für diese Komplikation mit einer „Odds ratio“ (OR) von 2,86 auf.

Der präoperative Visus lag im Schnitt bei den Augen mit nAMD bei 0,9 logMAR (dezimal: 0,13) und verbesserte sich im Zeitabschnitt von 4–12 Wochen nach dem Eingriff auf 0,7 logMar (dezimal: 0,2); bei der Kontrollgruppe stieg der Visus von 0,6 logMAR (dezimal: 0,25) auf 0,2 logMAR (dezimal: 0,63). Der Anteil der Augen, die sich postoperativ um 3 oder mehr Zeilen (Snellen) verbesserten, lag in der nAMD-Gruppe bei 39,2% und in der Kontrollgruppe ohne AMD bei 63,7%. Einen postoperativen bestkorrigierten Visus von dezimal 0,5 oder besser erreichten 28,6% der Augen mit nAMD und 85,2% der Augen in der Kontrollgruppe.

Die verschiedentlich geäußerte Befürchtung, dass die Kataraktchirurgie zur Progression der nAMD beitrage, konnten die Autoren aus den USA, Großbritannien und Ägypten nicht bestätigen: Die Kataraktchirurgie berge nur ein geringes Risiko einer Verschlechterung der nAMD. Auch wenn 36% der Augen in der inaktiven Gruppe nach der Operation mehr als 1 intravitreale Anti-VEGF-Injektion benötigt hätte, so seien das doch signifikant weniger als der Anteil von 73% in der Gruppe mit aktiver nAMD.

Siddiqui MZ et al (2024) Intraoperative complications and visual outcomes of cataract surgery in neovascular age-related macular degeneration. J Cataract Refract Surg 50: 140–145