Topische Ivermectin-Salbe zur Therapie der Demodex-Blepharitis: 6-Jahres-Ergebnisse
Die Applikation auf den Lidrand erfolgte einmal täglich (vor dem Einschlafen) über zwei Monate. Während des 6-jährigen Beobachtungszeitraums wurde bei 14,4% der Patienten ein zweiter Behandlungszyklus notwendig, da sich erneut ein klassisches Kennzeichen des Befalls, die sogenannten Kollaretten, gebildet hatten. Dies sind zylindrische gelbliche Ablagerungen, bei denen es sich um die Reste der Demodex-Milben handelt. Die Zahl dieser Kolaretten wird zur Skalierung der klinischen Ausprägung der Blepharitis benutzt: Bei Grad 0 fehlen Kolaretten, bei Grad 1 liegen bis zu zwei, bei Grad 2 drei bis fünf, bei Grad 3 sechs bis zehn und bei Grad 4 mehr als zehn Kollaretten vor.
Die Veränderung dieses Schweregrades war der primäre Endpunkt der Studie – und hier wurde ein signifikanter Therapieerfolg dokumentiert. Die klinische Ausprägung der Blepharitis entsprach bei Behandlungsbeginn einem durchschnittlichen Schweregrad von 3,37, nach einer Beobachtungszeit von im Schnitt 26,1 Monaten lag er bei 0,1. Die konjunktivale Rötung, skaliert von 0,1 bis 4,0, ging unter der Behandlung von 1,32 auf 0,94 zurück. Der „Ocular Suface Disease Index“ (OSDI) (0 = keine Siccabeschwerden, 100 = maximale Beschwerden) verbesserte sich deutlich von 58,7 auf 17,1.
Keinerlei Veränderungen gab es bei der durchschnittlichen Höhe des Tränenmeniskus: Dieser lag bei Therapiebeginn bei 0,24 mm und bei 0,25 mm nach Therapieende. Die Salbe wurde gut vertragen, kein einziger Patient brach wegen irgendwelcher Beschwerden die Behandlung ab. Nur 14 Patienten (0,6%) gaben eine leichte, aber tolerable Irritation zu Protokoll. Die Autoren werten diese Ergebnisse als sehr ermutigend und rufen zu einer eingehenderen Untersuchung dieser neuen Indikation für Ivermectin auf.
Valvecchia F et al (2024) Topical ivermectin ointment treatment of Demodex blepharitis: a 6 year retrospective study. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 262: 1281–1288
