CONDOR: 54-Wochen-Ergebnisse mit Brolucizumab bei proliferativer diabetischer Retinopathie

Nach 54 Wochen wurde Brolucizumab 6 mg als der panretinalen Laserkoagulation hinsichtlich der Veränderung der BCVA überlegen bewertet: mit einer durchschnittlichen Veränderung um 0,2 Buchstaben gegenüber −4,2 unter PRP. Ein höherer Anteil der Patienten, die Brolucizumab in einer Dosierung von 6 mg erhielten, hatte in Woche 54 keine PDR (63,6%) im Vergleich zu denjenigen Patienten, die eine panretinale Photokoagulation erhielten (22,4 %.)

Nach der Zulassung für die Behandlung der neovaskulärer AMD erwies sich Brolucizumab nicht als durchschlagender Erfolg, nachdem Berichte über intraokulare Entzündungen, inbesondere retinale Vaskulitiden, veröffentlicht worden waren. Diese Problematik wird auch bei den Ergebnissen der CONDOR-Studie deutlich. Die Studienautoren formulieren es vergleichswiese zurückhaltend: „Die Inzidenz intraokulärer Entzündungen, einschließlich retinaler Vaskulitis, entsprach dem etablierten Sicherheitsprofil von Brolucizumab." Dies entspricht einer Rate von 5,2 % im Vergleich zu 0,6 % in der Gruppe mit panretinaler Photokoagulation.

Zusätzlich berichten die Autoren über Veränderungen der Sehschärfe im Studienverlauf. So hatten etwa doppelt so viele der mit PRP behandelten Patienten einen Visusrückgang um 15 Buchstaben oder mehr (4,7 % unter Brolicizumab und 10,7 % unter PRP), wobei dieses Ergebnis in anderen Studien zur PRP nicht reproduziert werden konnte.

Wolf S et al (2026) Brolucizumab in the teatment of proliferative diabetic retinopathy: The CONDOR randomized clinical trial. JAMA Ophthalmology, online publiziert am 23. April; doi:10.1001/jamaophthalmol.2026.1008