Kataraktchirurgie: Femtosekundenlaser versus Phakoemulsifikation bei dichter Katarakt und hoher Myopie

Nach 2 Wochen verzeichnete die EZD bei Augen nach konventioneller Technik einen Rückgang um durchschnittlich 15,4% gegenüber 12,4% nach einem Eingriff mit dem Femtosekundenlaser. Ein halbes Jahr nach dem Eingriff lag der Rückgang der EZD bei den mit konventioneller Phakoemulsifikation operierten Augen im Schnitt bei 16,08% im Vergleich zu 12,8% nach FLACS. Eine Ursache für die Unterschiede dürfte in der höheren effektiven Phakozeit liegen: mit im Schnitt 6,14 Sekunden in der konventionell behandelten Gruppe gegenüber 4,42 Sekunden bei Einsatz der FLACS. Zudem war auch die Gesamtphakozeit länger: 11,17 Sekunden versus 8,08 Sekunden. Auch die kombinierte Zeit von Phako und Irrigation/Aspiration (I/A) war in der konventionellen Gruppe mit 5,98 Minuten vs. 4,58 Minuten bei FLACS ebenso höher wie auch die gesamte Operationszeit mit 8,18 Minuten vs. 7,11 Minuten. Bei 3 Augen wurden nach Phakoemulsifikation thermische Schädigungen festgestellt. Nach einem halben Jahr hatten 68% der Augen in der FLACS-Gruppe und 58% der Augen in der konventionellen Gruppe eine Sehschärfe in der Ferne von sc 1,0 und besser.

Eine chinesische Autorengruppe berichtete über die Verläufe von 46 mit FLACS und 51 mit konventioneller Phakoemulsifikation operierten hochmyopen Augen (sphärisches Äquivalent: -12,5 dpt in der FLACS-Gruppe, -10,8 dpt in der konventionellen Gruppe). Bei stark kurzsichtigen Augen lag bei 70% eine harte Kernkatarakt vor. Die Ophthalmologen dokumentierten den Endothelzellrückgang in absoluten Zahlen. Nach 1 Monat ging die EZD bei den herkömmlich operierten Augen im Schnitt um 435,5 Zellen /mm2 und bei den FLACS-operierten Augen um 393,4 Zellen/mm2 zurück; nach 3 Monaten lag der durchschnittliche Rückgang bei 464,8 Zellen/mm2 (Phako) bzw. bei 430,4 Zellen/mm2 (FLACS). Die zentrale Foveadicke war nach dem konventionellen Eingriff im Vergleich zu FLACS leicht erhöht. Auch die mit dem Femtosekundenlaser operierten Patienten hatten nach 3 Monaten im Schnitt einen leicht besseren (hier handelt es sich um die bestkorrigierte Sehschärfe) Visus mit 0,00 logMAR gegenüber 0,01 logMAR in den auf konventionelle Weise operierten Augen.

Das Resümee der chinesischen Autoren spiegelt auch das der indischen Kollegen wider: „Die mit dem Femtosekundenlaser vorgenommene Fragmentation der Linse spart Ultraschallenergie und -zeit ein, was im Vergleich zur konventionellen Methode den Endothelzellrückgang vermindert. Dadurch wird Patienten mit einer harten Kernkatarakt eine schnellere visuelle Rehabilitation ermöglicht."

Ganesh S et al (2024) Changes in endothelial cell density after conventional phakoemulsification and FLACS in eyes with dense cataracts. J Cataract Refract Surg 50: 572–577

Zhao L et al (2024) Comparative study of FLACS vs conventional phakoemulsification for cataract patients with high myopia. J Cataract Refract Surg 50: 624–630