PPV bei unkomplizierter Netzhautablösung: Funktionell bessere Ergebnisse mit Gastamponade als mit Silikonöl

... war dieser mit im Schnitt 0,53 logMAR (dezimal rund 0,32) nach Gastamponade besser als mit Silikonöl (0,70 logMAR, dezimal zirka 0,2). Ein Anstieg des bestkorrigierten Visus wurde bei 63% (Gas) und bei 67% (Silikonöl) der Patienten erzielt. Der anatomische Erfolg, die Wiederanlage der Netzhaut, war bei beiden Methoden mit 90% (Gas) und 88% (Silikonöl) vergleichbar. Keine wesentlichen Unterschiede lagen bei den Parametern durchschnittliche Netzhautdicke, Dicke der retinalen Nervenfaserschicht und des retinalen Pigmentepithels vor. Dahingegen waren die innere plexiforme Schicht (22,4 µm versus 24,7 µm), die äußere Körnerschicht (69,5 µm versus 81,3 µm) und die Ganglionzellschicht (17,6 µm versus 21,4 µm) nach Silikonöl signifikant dünner als unter Gastamponade.

Trotz dieser für die Gastamponade leicht besseren Ergebnisse kommen die Autoren zu dem Fazit: „Gastamponaden erfordern oft eine spezifische Kopfhaltung, die für manche Patienten schwierig zu erfüllen ist. Hier kann Silikonöl die bessere Wahl sein, da die Notwendigkeit einer strikten Positionierung reduziert werden kann. Eine weitere wichtige Überlegung ist, ob kurz nach der Operation eine Flugreise ansteht. Die Ausdehnung des intraokularen Gases bei Höhenveränderungen kann zu einem erhöhten Intraokulardruck führen und ist bei Patienten, die postoperativ fliegen müssen, kontraindiziert. Bei Silikonöl besteht das Risiko der Ausdehnung nicht. Die Vorteile von Silikonöl können die Risiken überwiegen, z. B. bei Patienten mit nur einem funktionsfähigen Auge und in Situationen, in denen eine längere Tamponade erforderlich ist."

Huang RS et al (2024) Pars plana vitrectomy with silicone oil or gas tamponade for uncomplicated retinal detachment: a systematic review and meta-analysis. Am J Ophthalmol, online publiziert am 14. Mai. doi: 10.3389/fmed.2024.1399321