Bauchlage nach Operation des Makulalochs: Review stellt keinen eindeutigen anatomischen Nutzen fest
In den Studien wurden postoperative Verläufe mit FDP mit pVerläufen ohne eine Lagerung mit dem Gesicht nach unten verglichen. Insgesamt wurden dabei 709 wegen eines umfassenden Makulalochs operierte Augen erfasst, 358 davon mit postoperativer FDP und 351 ohne diese Lagerung. Bei der Verschlussrate des Makulalochs – also dem anatomischen Erfolgskriterium der Operation – gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen. Die Wahrscheinlichkeit des Verschlusses („risk ratio“, RR) betrug für Patienten mit FDP gegenüber denen ohne Lagerung nur 1,05 mit einem p-Wert von 0,09. Beim postoperativen Visus gab es einen leichten Vorteil zugunsten der FDP (primär offenbar bei großen Löchern), der als von geringem Evidenzgrad eingestuft wurde. Bezüglich schwerwiegender postoperativer Komplikationen wie Glaskörperblutung und Netzhautablösung war (bei moderatem Evidenzgrad) kein signifikanter Unterschied festzustellen.
Die Autoren resümieren: „Weitere Evidenz ist notwendig, [doch] dieser Review hat aufgezeigt, dass der Vorteil der FDP nicht so substanziell sein mag wie bislang vermutet. Gleichzeitig deckte der Review einen Mangel von durch randomisierte Studien belegte Daten bei den für die Patienten so wichtigen Ergebnissen wie der Häufigkeit eines Rezidivs bei umfassenden Makulaloch, der Lebensqualität und der Patientenzufriedenheit auf."
Chaudhary V et al (2023) Role of positioning after full-thickness macular hole surgery – a systematic review and meta-analysis. Ophthalmol Retina 7: 33–43
