Kataraktchirurgie: Topische Anästhesie mit höherem Risiko für Hinterkapselruptur und Endophthalmitis assoziiert

Je eine intra- und eine postoperative Komplikation waren in stärkerem Maße mit der topischen Anästhesie assoziiert als mit den anderen Verfahren. Verglichen mit der topischen Gabe betrug die „odds ratio“ (OR) einer Ruptur der Hinterkapsel (mit oder ohne Absinken des Linsenkerns) für die Sub-Tenon-Anästhesie 0,80, für die Regionalanästhesie 0,74, für intrakamerale Applikation des Wirkstoffes 0,76 und für die Vollnarkose 0,53. Insgesamt aber blieb – was wieder einmal die hohe Sicherheit dieses häufigsten Eingriffs unterstreicht – diese erschwerende Komplikation selten: Eine Hinterkapselruptur trat z.B. bei nur 0,96% der Eingriffe mit topischer Anästhesie auf. Extrem selten waren glücklicherweise auch Endopthalmitiden: Bei 0,029% der Patienten, die eine topische Anästhesie erhalten hatten. Allerdings waren die OR für Endopthalmitiden, diese quoad visum oft fatale Komplikation, für die anderen Anästhesietechniken günstiger: topisch plus intrakameral 0,34, Sub-Tenon 0,81, Regionalanästhesie 0,60 und 0,48 für die Vollnarkose.

Segers M et al (2022) Anesthesia techniques and the risk of complications as reflected in the European Registry of Quality Outcomes for Cataract and Refractive Surgery. J Cataract Refract Surg 48: 1403–1407