Studie: Frauen in Führungspositionen an Universitätskliniken weiterhin unterrepräsentiert

Der Anteil von Frauen in Klinikdirektionen beträgt lediglich 15%, während der Anteil von Oberärztinnen bei 45% liegt. Im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2022 stieg der Anteil von Oberärztinnen deutlich von 37% auf 41% an. Einige klinische Fächer wie Kinderheilkunde, Dermatologie und Frauenheilkunde haben fast Geschlechterparität erreicht. Die Augenheilkunde hat – gemeinsam mit der Chirurgie und der Neurochirurgie – den geringsten Anteil an Frauen in Klinikdirektionen. Er beträgt lediglich 5%. Dies verdeutlicht, dass dringend Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen notwendig sind. Die geringe Repräsentanz von Frauen in Spitzenpositionen führt die Studie nicht auf mangelnde Qualifikationen zurück, vielmehr bewerben sich viele Frauen, die die erforderlichen Qualifikationen besitzen, nicht auf ausgeschriebene Führungspositionen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, so werden mangelnde flexible Arbeitszeiten, unzureichende Kinderbetreuung und fehlende Unterstützung durch den Partner aufgeführt. Es wird zudem vermutet, dass Frauen bereits zu einem frühen Zeitpunkt in ihrer Ausbildung davon abgeraten wird, sich für chirurgische Fächer zu qualifizieren, und dass ihre chirurgischen Fähigkeiten oft bezweifelt werden.

Deutscher Ärztinnenbund fordert Gegenmaßnahmen

Der Deutsche Ärztinnenbund fordert mehrere Maßnahmen, um die Anzahl von Frauen in medizinischen Führungspositionen zu steigern. So empfiehlt er beispielsweise die Einführung von sogenannten Topsharing-Modellen, bei denen sich zwei Personen eine Führungsposition teilen, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu verbessern. Zudem fordert der Deutsche Ärztinnenbund eine Parität in Berufungskommissionen, um sicherzustellen, dass Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen gleichberechtigt berücksichtigt werden. Die Gleichstellungsbeauftragten sollten stärker in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden, und es sollten frauenfreundliche Strukturen wie flexible Arbeitszeiten und bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten geschaffen werden. ​

Die vollständige Studie kann auf der Internetseite des Ärztinnenbundes abgerufen werden: