AMD: Neuer Roboter-Assistent in wenigen Minuten einsatzbereit

Der Präzisionsroboter kann Injektionen mit einer Abweichung von maximal 25 Mikrometern in die 200 Mikrometer dicke Hornhaut setzen. (Foto: Andreas Heddergott /TU München)

Aktuell dauert es bis zu einer Stunde, um Roboter-gestützte Operationen optimal vorzubereiten. Der Zeitfaktor ist damit ein Hindernis, doch das könnte eine neue Entwicklung von Prof. Dr. Mohammad Ali Nasseri von der Technischen Universität München (TUM) aus dem Weg räumen. Er hat einen Roboter-Assistenten zur Behandlung von altersbedingter Makuladegeneration (AMD) entwickelt, der in knapp fünf Minuten startklar ist. Innerhalb dieser Zeitspanne fährt die bewegliche Plattform mit Drehscheibe und hoch sensiblem Roboterarm zentimetergenau an das Behandlungsbett heran, bringt die Instrumente millimetergenau in Stellung und nimmt die intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) mit einer Abweichung von nur 15–25 Mikrometern in die Netzhaut vor. „Der letzte Schritt ist die größte Herausforderung“, so M. Nasseri, der die optische Kohärenztomografie einsetzt, mit dem der Präzisionsroboter trotz Betäubung auftretende Augenbewegungen registrieren und während der IVOM ausgleichen kann.

Bei der aktuellen Zahl von rund 200 Millionen Menschen mit AMD weltweit, deren Zahl laut Schätzungen bis 2040 auf 280 Millionen ansteigen wird, ist der Einsatz eines solchen Roboters durchaus zielführend. Und doch hat er neben seiner schnellen Einsatzbereitschaft noch einen weiteren Vorteil: Laut Prof. Dr. Dr. med. Peter Charbel Issa, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der TUM, könnte der Roboter auch dabei helfen, Komplikationen zu vermeiden. Konkret gemeint sind etwa Entzündungen, die nach der manuellen Injektion von Medikamenten auftreten können. Bis zum wirklichen Einsatz des Roboters wird es aber noch eine Weile dauern. Erste klinische Studien sollen erst in „einigen“ Jahren durchgeführt werden.