Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) verlieh am 16. Februar 2025 im Rahmen ihrer 54. Jahrestagung in Hamburg ihre wissenschaftlichen Preise und Stipendien. Dabei wurden besondere Leistungen mit Forschungspreisen gewürdigt. Auf dem Gesellschaftsabend der Tagung wurden die Preise und Stipendien durch den Präsidenten Prof. Dr. med. Volkmar Falk und den Sekretär Prof. Dr. med. Jan Gummert überreicht.

Christoph Knosalla, Leonard Pitts © DGTHG
Den mit 7500 Euro dotierten Ernst-Derra-Preis, nach dem Pionier der deutschen Herzchirurgie benannt, erhält in diesem Jahr Prof. Dr. med. Christoph Knosalla, Oberarzt und DZHK-Professor am Deutschen Herzzentrum der Charité in Berlin. Das ausgezeichnete Projekt beschäftigte sich mit dem bindegewebigen Umbau der Lungenschlagadern bei Lungenhochdruck und einem möglichen Therapieansatz.
Das Dr. Rusche-Forschungsprojekt wird von der DGTHG zusammen mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung, einer Schwesterorganisation der Deutschen Herzstiftung, vergeben. Mit einer Gesamtsumme von 60 000 Euro unterstützt es das Forschungsvorhaben von Dr. med. Leonard Pitts, Assistenzarzt der Herzchirurgie am Deutschen Herzzentrum der Charité in Berlin. Dessen Ziel ist es, nach minimal-invasiven herzchirurgischen Operationen eine Beschleunigung der postoperativen Erholung und eine Reduzierung der Notwendigkeit intensivmedizinischer Behandlung zu erreichen.

Till Joscha Demal © UKH
Der Gefäßchirurgische Forschungspreis 2025 der DGTHG, dotiert mit 5000 Euro, wurde an Dr. med. Till Joscha Demal, Oberarzt des Universitären Herz- und Gefäßzentrums am UKE Hamburg, verliehen. Die ausgezeichnete Arbeit untersuchte genetische Veranlagungen zur Entwicklung von Erkrankungen der Hauptschlagader.

Christopher Gaisendrees © M. Wodak
Der mit 5000 Euro dotierte Josef-Koncz-Preis, gemeinsam von Abbott Medical und DGTHG verliehen, gíng an Dr. med. Christopher Gaisendrees vom Herzzentrum der Universitätsklinik Köln für seine Untersuchungen zum Einsatz von Herzunterstützungssystemen bei wiederbelebten Patienten.

Sevil Korkmaz-İçöz © UKHD
Der mit 7500 Euro dotierte Franz-Köhler-Preis, gestiftet vom gleichnamigen Unternehmen für besondere Leistungen in Forschung oder klinischer Praxis, ging an Prof. Dr. Sevil Korkmaz-İçöz, Leiterin des Forschungslabors der Herzchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg. Ausgezeichnet wurden ihre Arbeiten zur Organprotektion mithilfe antientzündlicher Substanzen.

Ezin Deniz © MHH/Ezin Deniz
Der Georg Wilhelm-Rodewald-Preis 2025, dotiert mit 2000 Euro für Arbeiten mit Bezug zur Aorta, ging an Dr. med. Ezin Deniz von der Medizinischen Hochschule Hannover. Auch bei ihr stand die Analyse minimalinvasiver chirurgischer Eingriffe im Fokus, hier mit dem Schwerpunkt auf dem Ersatz der herznahen Körperhauptschlagader.

Anja Oswald © privat
Nach Hans Georg Borst ist der Preis benannt, mit dem die DGTHG jährlich das bestbewertete Abstract der Jahrestagung prämiiert. In diesem Jahr erhielt den mit 1000 Euro dotierten Preis Dr. med, Anja Oßwald vom Universitätsklinikum Essen für ihren Beitrag zum Verlauf nach „Frozen-Elephant-Trunk“-Versorgung der Aorta. Die ursprüngliche „Elephantenrüssel-Technik“ war passenderweise vom Namensgeber des Preises entwickelt worden.
Der Publikationspreis, dotiert mit 2500 Euro, von der DGTHG gemeinsam mit Springer Medizin Heidelberg verliehen, ging in 2025 an zwei Personen, die sich in ihren Beiträgen in der Fort- und Weiterbildungszeitschrift mit ethischen Aspekten der Herzunterstützungssysteme in Extremsituationen beschäftigten: Volker Lauenroth, VAD-Koordinator am Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen, und an Dr. med. Jochen Dutzmann, Kardiologe an der Universitätsmedizin Halle/Saale.

Miriam Christine Silaschi © privat
Der Innovationspreis Herzmedizin in Höhe von 5000 Euro wird nach Begutachtung einer wissenschaftlichen Arbeit, die zudem in einem Science Slam auf der Jahrestagung zu präsentieren ist, vergeben. Ausgezeichnet wurde Privatdozentin Dr. med. Miriam Christine Silaschi vom Universitätsklinikum Bonn für ihre Entwicklung computertomographischer Simulationen zur Planung endoskopischer Herzklappenoperationen.
Bei der Jahrestagung werden immer zwei weitere Preisträger vergeben, die erst im Folgejahr verliehen werden können: So ging der Ethicon-Preis 2024 in Höhe von 1000 Euro für den besten Kurzvortrag an Dr. med. Monika Sadlonova, psychosomatische Oberärztin in der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen. Sie berichtete über erste Ergebnisse der prospektiven FINDERI-Studie zur Ermittlung des Delir-Risikos nach Herzoperationen. – Der Hancock-Preis 2024 in Höhe von 1000 Euro wurde für den besten Vortrag zum Thema Herzklappen auf der Jahrestagung 2024 an Dr. med. Xiaoqin Hua, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum am UKE Hamburg, verliehen. Er berichtete über eine spezielle echokardiographische Untersuchungstechnik zur Verlaufskontrolle nach endoskopischer Mitralklappenchirurgie.

