Dr. Julius Samelsohn Vorlesung für Antje Neugebauer

Prof. Dr. med. Antje Neugebauer (Mitte) mit der Dr. Julius Samelsohn Medaille, Prof. Dr. med. Anja Eckstein, die die Ehrenvorlesung hielt, und Prof. Dr. med. Claus Cursiefen, Direktor der Universitätsaugenklinik Köln, am 8. März 2025 während der 36. Maternushaustagung in Köln (Foto: MedizinFoto Köln)

Während der 36. Jahrestagung der Universitätsaugenklinik Köln wurde Prof. Dr. med. Antje Neugebauer für ihre langjährigen und großen Verdienste um die Kölner Universitätsaugenklinik mit der Dr. Julius Samelsohn Vorlesung geehrt. Professor Neugebauer habe sowohl wissenschaftlich als auch klinisch Herausragendes geleistet und sich außerdem in der Lehre sehr verdient gemacht – so der Direktor der Klinik, Prof. Dr. med. Claus Cursiefen. Wissenschaftliche Schwerpunkte waren die Entwicklung neuer strabologischer Operationstechniken, insbesondere für großwinklige Stellungsabweichungen und Nystagmustherapie, sowie die sensorischen Mikroanomalien des Binokularsehens und die Pathophysiologie kongenitaler Augenbewegungen, hier insbesondere die Genetik von Störungen des Musculus obliquus superior. Frau Professor Neugebauer war von 2004–2023 Ärztliche Leiterin der Berufsfachschule für Orthoptik Köln, von 2004–2022 Lehrkoordinatorin im Modellstudiengang Humanmedizin und seit 2011 zusammen mit Dr. med. Julia Fricke Leiterin des Schwerpunktes Strabologie und Neuroophthalmologie.

Die erste Dr. Julius Samelsohn Vorlesung wurde von Prof. Dr. med. Anja Eckstein (Universitätsauenklinik Essen) gehalten. Ihr Thema hieß „Endokrine Orbitopathie: Neue Therapien“. In der ihr eigenen fulminanten Vortragsweise legte A. Eckstein dabei die Grundlagen dieser komplexen Erkrankung sowie die nach dem Schweregrad der Erkrankung gestaffelte Therapie dar und wies auf den großen therapeutischen Fortschritt hin, der sich in jüngster Zeit durch den humanen monoklonalen Antikörper Teprotumumab ergeben hat.

Die Dr. Samelsohn Vorlesung erinnert an den Geheimen Sänitätsrath Dr. Julius Samelsohn, einen Schüler Albrecht von Graefes, der 1874 die Kölner Augenheilanstalt für Arme gegründet hat, die als Urzelle der Kölner Universitätsaugenklinik angesehen wird. Samelsohn hat sich neben seiner klinischen Arbeit auch wissenschaftlich betätigt und 1885 für seine Erkenntnisse zur Neuritis nervi optici den von-Graefe-Preis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft erhalten.