Prof. Dr. med. Ulrich Rother MHBA (40) ist seit dem 1. Oktober 2025 neuer Leiter der Gefäßchirurgischen Abteilung am Universitätsklinikum Erlangen. Am 29. September 2025 wurde sein Lehrer, langjähriger Chef und Mentor Prof. Dr. med. Werner Lang (68) im Beisein von Mitarbeitenden aus der Gefäßchirurgie und dem Kollegium feierlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet – zugleich erfolgte die Amtsübergabe an Rother gemeinsam mit dem hauptamtlichen Ärztlichen Direktor Prof. Dr. med. Dr. h.c. Heinrich Iro. Der gebürtige Nürnberger Ulrich Rother startete 2006 sein Studium in Erlangen – während dieser Zeit nahm er einen Auslandsaufenthalt am Hôpital Saint Jean de Dieu in Thiès im Senegal wahr. Nach der Approbation 2012 war Ulrich Rother zunächst bis 2014 Assistenzarzt in der Chirurgischen Klinik bei Prof. Dr. med. Dr. h.c. Werner Hohenberger und anschließend bis 2018 in der Gefäßchirurgie bei Werner Lang. 2013 wurde Rother an der Plastisch- und Handchirurgischen Klinik bei Prof. Dr. med. Dr. h. c. Raymund E. Horch promoviert. 2019 habilitierte er sich mit einer Arbeit zur Evaluation moderner Verfahren der nichtinvasiven Messung der Gewebeperfusion. Er erhielt die Lehrbefugnis im Fach Gefäßchirurgie, wurde im selben Jahr in der Abteilung für Gefäßchirurgie zum Oberarzt und 2022 schließlich zum leitenden Oberarzt ernannt. 2023 erwarb er an der Erlanger Universität auch einen MHBA. Mit Übernahme der Leitungsfunktion wurde Rother jetzt zum Professor für Gefäßchirurgie ernannt. Mit ihm haben das Universitätsklinikum und die Gefäßchirurgie einen erfahrenen Arzt und Forscher auf den Gebieten der Entwicklung und Etablierung speziell neuer Technologien im Bereich der Aortenversorgung und auch der peripheren Gefäßchirurgie. In seiner Forschung stehen die Translation vaskulärer Bildgebung sowie die Gewebeperfusionsdiagnostik im Mittelpunkt, was intraoperative Kontrollverfahren durch fluoreszenzangiographische Bildgebung ebenso wie optoakustische Verfahren zur paVK-Diagnostik beinhaltet. Zur Transplantationsmedizin will Rother neue Wege gehen und ein Programm für Patienten mit schwerer Arteriosklerose starten, die durch ihre Erkrankung von einer Nierentransplantation ausgeschlossen sind. Die Betroffenen werden gefäßprothetisch versorgt und so wieder „anschlussfähig“ gemacht für eine neue Niere. Rother ist Mitautor europäischer und deutscher Leitlinien zur paVK-Behandlung und Vorsitzender der DGG-Kommission für paVK und Diabetischer Fuß. Die von Werner Lang etablierte interdisziplinäre Zusammenarbeit u.a. mit Radiologie, Neurologie und Neuroradiologie möchte Rother pflegen und weiter ausbauen. Der zweifache Familienvater übt sich in seiner Freizeit beim Sportklettern in der Fränkischen Schweiz und im Saxophonspielen in einer Big Band. Vor 47 Jahren begann Werner Lang sein Studium in Erlangen, wo er auch seine gesamte Karriere am Universitätsklinikum startete und aufbaute. Die Erlanger Gefäßchirurgie war seit 1977 zunächst ein Schwerpunkt in der Chirurgischen Klinik mit etwa 1200 Eingriffen jährlich – 1997 übernahm Werner Lang die Bereichsleitung – 2008 wurde sie als Abteilung verselbständigt. In seiner Amtszeit konnte er wichtige Fortschritte bei der Diagnostik von Gefäßverschlüssen erzielen und baute die regionale telemedizinische Versorgung aus, so dass auch umliegende kleinere Häuser vom Know-how der Erlanger Gefäßmedizin profitieren können. Werner Lang war und blieb dem Universitätsklinikum Erlangen immer eng verbunden. Der Klinikumsvorstand bedankte sich für sein so langes Engagement und wünschte ihm weiterhin alles Gute.
