Gematik plant neues TI-Verschlüsselungsverfahren sowie Austausch zahlreicher Komponenten

Nach aktuellen Plänen der Gematik sollen bis zum Ende dieses Jahres zahlreiche Komponenten der Telematikinfrastruktur auf das neue Verschlüsselungsverfahren ECC256 umgestellt werden. Hierfür werden eine Vielzahl an Konnektoren, Heilberufsausweise, Praxisausweise und Gerätekarten ausgetauscht werden müssen. Die Umstellung wird – nach einer Vorgabe des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und der Bundesnetzagentur – nötig, da der aktuelle Verschlüsselungsalgorithmus RSA2048 bis zum Jahresende seine Gültigkeit verliert. Komponenten, die noch mit diesem Algorithmus ausgestattet sind, müssen ausgetauscht werden, ansonsten können beispielsweise das eRezept oder die eAU nicht mehr genutzt werden. Betroffen sind rund 35.000 Konnektoren in Arzt-, Zahnarzt-, Psychotherapiepraxen und Krankenhäusern sowie zudem zehntausende Heilberufsausweise, SMC-B-Karten und gegebenenfalls Gerätekarten in E-Health-Kartenterminals. Ärzte, deren Heilberufs- und Praxisausweise betroffen sind, erhalten in Kürze hierzu einen Hinweis durch ihren Anbieter. Auch die Hersteller der Praxisverwaltungssysteme und weiterer TI-Komponenten sind angehalten, sich mit der betreffenden Praxis in Verbindung zu setzen, falls ein Austausch erforderlich ist.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hält den Zeitrahmen bis zum Jahresende als zu knapp bemessen und fordert daher aktuell eine Fristverlängerung – zumal das alte Verschlüsselungsverfahren in einigen Ländern (z.B. Frankreich) noch bis Ende 2030 zugelassen ist.