Prof. em. Dr. med. Hans-Jürgen Peiper, ehemaliger Direktor der Abteilung Allgemeinchirurgie – jetzt: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie – der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Emeritus ist in seinem hundertsten Lebensjahr am 2. März 2025 verstorben. Hans-Jürgen Peiper war von 1969 bis 1994 Inhaber des Lehrstuhls Chirurgie und Direktor der Abteilung Allgemeinchirurgie der UMG. Die deutsche Chirurgie trauert um einen liebenswerten Chirurgen, einen leidenschaftlichen Hochschullehrer und anerkannten Wissenschaftler – national und international. Hans-Jürgen Peiper war in den 25 Jahren seiner klinischen Tätigkeit Wegbereiter für viele Innovationen und wurde mehrfach für seine Leistungen ausgezeichnet. Hans-Jürgen Peiper wurde am 4. Dezember 1925 in Frankfurt am Main in eine traditionsreiche Medizinerfamilie hineingeboren. 1944 begann er sein Studium in Berlin und setzte es nach der Kriegsgefangenschaft in Mainz fort, 1952 wurde er dort promoviert. In den USA hat er dann im Dr.‐Hilton‐S.‐Read‐Program der Ventnor Foundation die amerikanische Medizinalassistentenausbildung absolviert. Seine praktische Weiterbildung hat er an der Chirurgischen Universitätsklinik Marburg bei Prof. Dr. med. Rudolf Zenker durchlaufen und wechselte 1959 mit Prof. Dr. med. Georg Heberer nach Köln, bei ihm hat er sich 1962 habilitiert. 1969 folgte Peiper dem Ruf der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen als Professor für Chirurgie und wurde zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemeinchirurgie benannt. Am 31. März 1994 wurde H.-J. Peiper emeritiert. Die chirurgische Tradition zu bewahren und für Neuerungen immer offen zu bleiben, war stets kennzeichnend für die Arbeitsweise Peipers. Zusammen mit seinem Göttinger Kollegen, dem gastroenterologischen Internisten Prof. Dr. med. Werner Creutzfeldt, hat H.-J. Peiper zahlreiche hochkarätige Arbeiten veröffentlicht, die national und international großes Interesse hervorriefen. H.-J. Peiper war Mitglied und Ehrenmitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gesellschaften und mehrere Jahre Präsidiumsmitglied des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgie (BDC). 1987 amtierte Hans-Jürgen Peiper als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und wurde später deren Senator auf Lebenszeit. 2002 ehrte der BDC Hans-Jürgen Peiper mit der Wolfgang-Müller-Osten-Medaille, mit dieser Ehrenmedaille werden Personen auszeichnet, die ganz besondere Verdienste für den Berufsverband erworben haben. 2008 erhielt H.-J. Peiper den Rudolf-Zenker-Preis der DGCH und 2011 die Albrecht-von-Haller-Medaille, die höchste Auszeichnung der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen, in Anerkennung und Würdigung seiner besonderen Verdienste um das Ansehen der Göttinger Chirurgie und seiner aktiven Bewusstmachung ihrer großen Tradition.
