Mainz: Internationales Forschungsprogramm zu Glaukom gefördert

Prof. Dr. Christian Behl Foto: UM/Michael Plenikowski

Die globale Forschungskooperation von Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mainz und der Universität Sidney, die die Rolle der Autophagie bei schwerwiegenden Glaukomerkrankungen untersucht, wird mit 1,3 Millionen Euro aus den Mitteln des „Snow Vision Accelerator“-Netzwerkes gefördert.

Prof. Dr. Christian Behl, Direktor des Instituts für Pathobiochemie der Universitätsmedizin Mainz, und Dr. med. Katharina Bell, Augenärztin und klinische Leiterin Ophthalmologie am NHMRC Clinical Trials Centre der Universität Sydney, untersuchen gemeinsam die Rolle der Autophagie, im Speziellen die Mitophagie – dem selektiven Abbau der Mitochondrien – bei schwerwiegenden Glaukomerkrankungen. „Die Autophagie ist ein Rettungsversuch der Zelle, wenn etwa ein Nährstoffmangel vorherrscht oder andere Stressoren auf die Zelle einwirken“, so Ch. Behl. „Dann kann die Zelle innerhalb ihrer Umgrenzung defekte Proteine oder andere Zellbestandteile wie z. B. beschädigte Mitochondrien abbauen und aus diesem Prozess wiederum Bausteine zur Energiegewinnung oder zum Aufbau neuer Zellkomponenten recyclen, um ihre Funktion zu erhalten.“ Diese Autophagie findet ständig in jeder Körperzelle statt. Eine erhöhte Autophagierate wird mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht, eine erniedrigte Autophagierate steht im Zusammenhang mit der Dysfunktion und dem Absterben von Nervenzellen, beispielsweise dem Sehnerv bei Glaukompatienten. Das Forschungsprojekt hat das Ziel, durch eine gezielte Steuerung der Mitophagie neue therapeutische Ansätze zur Erhaltung und zum Schutz des Sehnervs zu finden.

Das Forschungsprogramm ist Teil des „Snow Vision Accelerator“-Netzwerks – ein mit 27,9 Millionen Euro ausgestattetes internationales Forschungsprogramm unter Leitung von Prof. Jonathan Crowston von der Universität Sydney, welches durch die „Snow Medical Research Foundation“ aus Sydney finanziert wird. Ziel des Programms ist es, die Behandlung des Glaukoms durch modernste molekularbiologische, genetische und translationale Forschung zu revolutionieren, mit dem Ziel, die Grundlagen für neue klinisch einsetzbare Medikamente zu erforschen.