Während des 15. Düsseldorfer Hornhauttages, der am 8. November 2025 in der Orangerie von Schloss Benrath stattfand, wurde Prof. Dr. med. Berthold Seitz, Direktor der Universitätsaugenklinik Homburg/ Saar, mit der Meibom-Mooren-Medaille ausgezeichnet.
Der klinische und wissenschaftliche Schwerpunkt von B. Seitz liegt bei den Erkrankungen der Hornhaut – insbesondere dem Keratokonus und der Akanthamöbenkeratitis – sowie der Keratoplastik. Zu diesen und anderen Themen hat er bislang 956 Zeitschriftenbeiträge und 144 Buchkapitel verfasst. Die mit dem h-Index festgestellte weltweite Wahrnehmung seiner Publikationen liegt bei 61 und ist damit außergewöhnlich hoch. Berthold Seitz – so betonte Prof. Dr. med. Gerd Geerling, Direktor der Universitätsaugenklinik Düsseldorf, in seiner Laudatio – hat sich auch in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft u. a. als Vorsitzender der Programmkommission sowie als Gründungsmitglied und seit 2000 als Sprecher der Sektion Kornea verdient gemacht. Außerdem gründete er 2000 das Deutsche Keratoplastikregister und führte es 25 Jahre lang. Nicht zuletzt engagiert B. Seitz sich auf nationaler wie auf internationaler Ebene für die ophthalmologische Fortbildung und für Forschungsprojekte.
Das Thema der mit der Preisverleihung verbundenen Ehrenvorlesung hieß „Kritische Reflexion zur Laserkeratoplastik – Setzt sich der Femtosekundenlaser gegenüber dem Excimerlaser durch?“. Berthold Seitz beantwortete die Frage mit einem „Ja, aber...: Die applanierende Femtosekundenlaser-gestützte deformierende Trepanation ist beim Keratokonus völlig ungeeignet – wegen des sehr hohen Astigmatismus nach Fadenentfernung, der hohen Irregularität der Topografie und dem geringen Visus mit Brille. Die nicht applanierende Femtosekundenlaser-gestützte Trepanation mit Liquid Interface und gegebenenfalls Spacer ist auch beim fortgeschrittenen Keratokonus sehr erfolgsversprechend wegen der sehr guten Zentrierung, dem Vermeiden der Scherenkomplettierung und einer exzellenten Passgenauigkeit des Transplantates im Empfängerbett. Es muss jedoch zügig noch eine eindeutige Lokalisation der ersten 8 Situationsnähte durch Markierungslinien bei Transplantat und Empfängerauge ermöglicht werden.“
Die Meibom-Mooren-Medaille wird an Wissenschaftler für herausragende Leistungen bei Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Hornhaut und der Augenoberfläche verliehen. Sie erinnert an zwei Ikonen der Augenheilkunde: Zum einen weist sie auf den Direktor der ersten Düsseldorfer Augenklinik, Albert Clemens Maria Hubert Mooren (1828 – 1899), hin, dessen Name bis heute mit dem Ulcus rodens verbunden ist. Zum anderen gelten sie dem Universalgelehrten Heinrich Meibom (1638 – 1700), der die nunmehr nach ihm benannten Talgdrüsen der Lider entdeckt hat.
