Niedergelassene treiben Digitalisierung voran, Kliniken hinken hinterher

Der von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Auftrag gegebene PraxisBarometer Digitalisierung 2025 zeigt bei Praxen und Krankenhäusern deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Nutzung digitaler Anwendungen. Der elektronische Arztbrief (eArztbrief) beispielsweise ist bei Niedergelassenen längst Standard und wird von 87% regelmäßig genutzt. Dabei ist die Mehrheit derjenigen, die neben eArztbriefen zudem die Möglichkeit der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und von eRezepten nutzt, auch mit deren Umsetzung zufrieden. Die Zahlen liegen hier bei 78% und 77% und sind im Vergleich zum Vorjahr um 9% (eAU) bzw. 14% (eRezept) gestiegen. Bei der relativ neu eingeführten elektronischen Patientenakte sahen die Befragten Verbesserungspotenzial – vor allem beim damit verbundenen Aufwand sowie der Behebung technischer Probleme.

Während die Kommunikation zwischen den Niedergelassenen untereinander weitgehend digital abläuft, sieht das bei den Kliniken anders aus. Laut der Befragung verläuft der Austausch zwischen Praxen und Kliniken nur zu 12% digital. Und während 85% der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Entlassbriefe gerne digital bekommen würden, treffen 85% der Briefe noch immer postalisch ein. Dr. Sybille Steiner, Vorstandsmitglied der KBV, nannte die ambulante Versorgung darum eine „digitale Oase in einer rundherum analogen Wüste.“ Dass digital gut aufgestellte Niedergelassene für die Kommunikation mit Kliniken und anderen Akteuren des Gesundheitswesens noch immer ein Faxgerät bräuchten, sei zeitaufwendig, binde Ressourcen und sorge für Frustration.