Stuttgart: Carina Riediger hat die Aufgaben von Michael Schäffer am Marienhospital übernommen

Carina Riediger © Marienhospital

Prof. Dr. med. Carina Riediger, M.Sc. (48), zuletzt Leitende Oberärztin bei Prof. Dr. med. Jürgen Weitz und auch dessen Vertreterin an der Chirurgischen Universitätsklinik in Dresden, ist seit Juli 2025 neue Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Marienhospital Stuttgart. Sie ist Nachfolgerin von Prof. Dr. med. Michael Schäffer (60), der die Klinik seit Februar 2008 führte und diese Ende 2024 verlassen hat – die Klinik wurde seither kommissarisch geleitet. Carina Riediger stammt gebürtig aus Reutlingen und gilt als Expertin für Robotik, onkologische Chirurgie und translationale Forschung. Sie studierte in Heidelberg und Paris, promoviert wurde sie 2005 in Heidelberg. Nach einer Findungsphase in der Gastroenterologie am Universitätsklinikum Heidelberg, startete sie ihre chirurgische Ausbildung am Klinikum rechts der Isar der TU München und kam 2013 an das Klinikum der TU Dresden. Sie ist Fachärztin für Allgemeine und Viszerale Chirurgie und verfügt über die Zusatzbezeichnungen Spezielle Viszeralchirurgie sowie Transplantationsmedizin. 2015 habilitierte sie sich in Dresden. Sie bringe nicht nur internationale Erfahrung mit, sondern auch wissenschaftliche Exzellenz. Eine persönliche Motivation spielte bei der Wahl ihrer Arbeitsstelle eine Rolle: „Zurück im Süden zu sein und wieder in der alten Heimat mit meinem neuen Team moderne Chirurgie gestalten zu dürfen – das fühlt sich an wie Ankommen“, sagt sie. Mit Carina Riediger komme gebündelte Kompetenz nach Stuttgart, so das Marienhospital. Die renommierte Fachärztin ist spezialisiert auf komplexe onkologische Operationen, insbesondere bei Lebertumoren. Ihre klinischen Schwerpunkte reichen von der typischen Viszeralchirurgie über die robotisch-assistierte Chirurgie und navigierte Leberchirurgie bis zur Transplantationsmedizin. Ihre wissenschaftlichen Leistungen sind durch viele Publikationen sowie die Initiierung und Durchführung klinischer Studien dokumentiert. Ein Fokus liegt auf der translationalen Forschung; insbesondere zur chirurgischen Therapie von Lebertumoren – weitere Augenmerke liegen auf der Integration molekulargenetischer Tumoranalysen in chirurgische Entscheidungsprozesse und der Weiterentwicklung bildgestützter Operationsverfahren. Auch AR und KI in der Chirurgie sind Teil ihrer Forschungsinteressen. In Dresden hat sie eine Forschungsgruppe zur navigierten Leberchirurgie am Schweinemodell aufgebaut. Carina Riediger war auch an der Konzeption chirurgischer Nachwuchsförderformate beteiligt, was sich an vielen Doktorarbeiten ablesen lässt. Sie ist aktiv im Vorstand der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Leber, Galle, Pankreas (CALGP) der DGAV, Mitglied in internationalen Gesellschaften und der internationalen Expertengruppe für Hybridoperationen. Auch berät sie das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG). In Stuttgart möchte Riediger die chirurgische Entwicklung mit hoher fachlicher Expertise und strategischer Weitsicht gestalten. Besonderes Augenmerk richtet sie auf die Leberchirurgie, die Weiterentwicklung des Ambulanten OP-Zentrums, den Aus- und Aufbau chirurgischer Strukturen sowie die Einführung des Fast-Track-/ERAS-Konzepts. Zentraler Aspekt ist die Einführung und Etablierung der robotisch-assistierten Chirurgie, die kein Selbstzweck, sondern ein präzises Instrument sei, das die Lebensqualität deutlich verbessern kann, v.a. bei komplexen onkologischen Eingriffen.