Thüringen: Telemedizin zur Früherkennung von Netzhautschäden bei Diabetikern

Um Begleiterkrankungen möglichst früh zu erkennen, sollten sich Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 regelmäßig augenärztlich untersuchen lassen. Weil das in Thüringen aber nur auf 46% der Betroffenen zutrifft, reagiert die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen jetzt mit einem neuen Projekt. DIVA (Digitale Vernetzung in der konservativen Augenheilkunde) wird vom Innovationsfond mit 6,2 Millionen Euro gefördert und soll die präventive augenärztliche Versorgung mittels Telemedizin verbessern. Konkret soll das so aussehen: Speziell geschultes, nichtärztliches Personal fotografiert beidseitig den Augenhintergrund der Patienten und übermittelt die digitalen Bilder zur Auswertung an Augenärztinnen und Augenärzte. Entdecken diese eine diabetische Retinopathie, sollen die Patienten in einer Augenarztpraxis vorgestellt werden. Ziel ist es, die Anzahl schwerer Erkrankungen zu reduzieren und Erblindungen möglichst zu verhindern. Je nach Erfolg des Projektes, das ab April 2026 in vier Thüringer Landkreisen starten soll, könnten telemedizinische Anwendungen auch in anderen Versorgungsbereichen eingeführt werden.