Tübingen: Entwicklung neuer Wirkstoffe zur Behandlung von erblichen Netzhauterkrankungen

Das Tübinger Department für Augenheilkunde entwickelt gemeinsam mit dem Tübinger Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät sowie der Stiftung für Medizininnovationen derzeit innerhalb des an das Gen- und RNA Therapiezentrum der Tübinger Medizinischen Fakultät angegliederten Programms „RD TREAT“ (Retinal Dystrophies Treatment) eine Methode, die es zukünftig ermöglichen soll, erbliche Netzhauterkrankungen zu verzögern oder gar zu heilen. Für die Erforschung von drei sich ergänzenden neuartigen potenziellen Wirkstoffen konnte ein beträchtlicher zweistelliger Millionenbetrag eingeworben werden.

Die neuen maßgeschneiderten Wirkstoffe sollen den Rückgang des Sehvermögens bremsen, der durch Störungen im sogenannten Transduktionszyklus der Lichtrezeptoren der Netzhaut entsteht. So handelt es sich bei den neuen Therapien um einen Genersatz, der das defekte Gen bestimmter Formen der Retinitis pigmentosa ersetzen soll, bei den beiden anderen Therapien handelt es sich um mutationsunabhängige, pharmakologische neuroprotektive Strategien, die die Erkrankung aufhalten sollen. Erkenntnisse sollen durch ein Team aus Wissenschaftlern und Ärzten sowie Arzneimittelentwicklern, Projektmanagern und Zulassungsspezialisten nahtlos von der Laborbank zum Patientenbett translatiert werden.