Zwei-Schritt-Ansatz soll Chancen bei Hornhauttransplantationen verbessern

Gerade bei Hochrisikopatienten kann die Spenderhornhaut nach einer perforierenden Keratoplastik relativ schnell eintrüben. Um dem möglichst vorzubeugen, soll eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte „First-in-Man“-Studie der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg einen neuen Ansatz verfolgen. Dabei soll den Patienten eine Woche vor der Transplantation ein winziges Endothelfragment in die Vorderkammer des Auges appliziert werden. Dieses wird wieder entfernt, bevor die Spenderhornhaut eingenäht wird. Das Ziel der Hornhauttransplantation in zwei Stufen besteht darin, das Wirtsgewebe auf die Spenderhornhaut vorzubereiten und dadurch deren Überleben zu verlängern.

„Wenn sich unser Konzept als sicher erweist, könnten wir einen entscheidenden Fortschritt bei der Transplantation erreichen“, sagt Prof. Dr. Thomas Reinhard, Studienleiter und Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Mit dem neuen Ansatz solle auch Patienten geholfen werden können, bei denen weitere Transplantationen kaum mehr Sinn ergäben. Augenärzte sind angehalten, potenzielle Teilnehmer auf die Studie anzusprechen, die etwa in einem halben Jahr beginnen soll.