Aktuelle Leitlinien nehmen Triclosan-beschichtetes Nahtmaterial auf

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert-Koch-Institut stellt in ihren aktuellen Empfehlungen erstmalig fest, dass antiseptisch beschichtetes Nahtmaterial unter bestimmten Bedingungen, wie sehr hohen Ausgangs-SSI-Raten, Operationen der Kontaminationsklassen III und IV sowie bei multimorbide Patienten, einen die Infektionsgefahr reduzierenden Effekt hat [1]. Die Kommission folgt damit internationalen Empfehlungen wie den NICE-Guidelines, der WHO, des American College of Surgeons and Surgical, des CDC oder der Wisconsin Division of Public Health. Diese setzen sich bereits seit Jahren für das antiseptische Nahtmaterial ein, da es die bakterielle Anhaftung an den Faden mit nachfolgender Kolonisation und Fortleitung der Infektion entlang des Fadens in die Wundtiefe unterbindet [2].

Robuste Datenlage für Triclosan-beschichtetes Nahtmaterial
Bislang gab es keinerlei Hinweise auf Unverträglichkeiten des Nahtmaterials. Ebenso gibt es keinen Anhaltspunkt, dass durch das Nahtmaterial eine Resistenzbildung gegen Triclosan induziert worden sei [3, 4]. Eine aktuelle Metaanalyse von De Jonge, die die Daten von über 6400 Patienten berücksichtigt, bestätigte die robuste Datenlage des beschichteten Nahtmaterials. So konnte eine signifikante Reduktion der SSI-Raten festgestellt werden [5]. Nach Meinung von Prof. Dr. Axel Kramer, Leiter des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, gibt es aufgrund der aktuellen Studienlage Anwendungsbereiche mit sehr hoher Evidenz, die mit der Effektstärke Ib sogar höher bewertet werden könnten als es in den aktuellen KRINKO-Leitlinien der Fall sei. Dies treffe beispielsweise auf die Abdominalchirurgie, die Laparotomie und die Appendektomie (bei Verschluss tief abdominal + Faszie mit resorbierbarem Material) zu. „In diesen Fällen ist belegt, dass der antiseptisch beschichtete Faden bis zu einem Drittel der postoperativen Wundinfektionen verhindern kann”, so Kramer [6].

Johnson & Johnson Medical GmbH
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1. Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (2018) Prävention postoperativer Wundinfektionen; S.460ff
2. Kathjn S, et al (2009) Surgical site infection due to suture-associated polymicrobial biofilm. Surg Infect 10: 457–461
3. European Network for Health Technology Assessment (2017). Antibacterial-coated sutures versus non-antibacterial-coated sutures for the prevention of abdominal, superficial and deep incisional, surgical site infection (SSI)
4. Leaper D, et al (2010) Healthcare associated infection: novel strategies and antimicrobial implants to prevent surgical site infection. Ann R Coll Surg Engl 92: 453–458
5. de Jonge SW, et al (2017) Meta-analysis and trial sequential analysis of triclosan-coated sutures for the preventions of surgical site infection. Br J Surg 104: e118–e133
6. Podiumsdiskussion „Die Pluskontroverse: Die Missachtung von Leitlinien und ihre Konsequenzen auf dem DGCH Kongress in Berlin April 2018