AMD: Heparansulfat maßgeblich an Drusenbildung beteiligt

Wissenschaftler aus Kalifornien haben innerhalb einer Laborstudie nachgewiesen, dass das sulfatierte extrazelluläre Glykosaminoglykan mit dem Namen Heparansulfat maßgeblich an der Anheftung von Lipoproteinen an die Bruch‘sche Membran beteiligt ist. Die Bildung dieser Drusen ist charakteristisch im Frühstadium der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), die genaue Ursache ist bisher weitgehend unbekannt [1].

Bei ihrer Laborstudie untersuchten die Wissenschaftler das Gewebe der Makula verstorbener AMD-Patienten im Rasterelektronenmikroskop und verglichen es mit dem entsprechenden Gewebe von Verstorbenen, die keine AMD hatten. Sie entdeckten dabei Aggregate von Lipoprotein-ähnlichen Partikeln auf der dem retinalen Pigmentepithel zugewandten Seite der Bruch’schen Membran sowie eine Anhäufung von Heparansulfat in diesem Bereich. In dem Gewebe der AMD-Patienten konnte deutlich mehr Heparansulfat in der Bruch’schen Membran nachgewiesen werden als in dem Gewebe von nicht betroffenen Personen. Die Lipoprotein-ähnlichen Partikel häuften sich demnach dort an, wo die Heparansulfatdichte besonders dicht war. Die Studienautoren schließen daraus, dass Heparansulfat diese Partikel binden kann. Sie konnte zudem belegen, dass Heparansulfat für die Bindung von Lipoproteinen essenziell ist und lösliches Heparansulfat in der Lage ist, die an Bruch‘sche Membran gebundenen Lipoproteine zu entfernen. Es ist somit möglich, die Anhäufung von Lipoproteinen in der Bruch’schen Membran zu verhindern oder umzukehren, beispielsweise mit nicht blutverdünnenden Varianten von Heparin. Diese Heparine könnten die schädlichen Lipide „wegspülen“ und frühe Anzeichen der AMD könnten verhindert oder rückgängig gemacht werden, bevor ein Sehminderung eintritt.

1. Toomey C et al (2025) Bruch’s membrane heparan sulfate retains lipoproteins in the early stages of age-related macular degeneration. Proc Natl Acad Sci U.S.A. 122: e2500727122