Apellis: 24-Monatsdaten der Phase-III-Studien DERBY und OAKS: Pegcetacoplan zeigt weiter zunehmende Wirksamkeit bei Geografischer Atrophie

Apellis Pharmaceuticals, ein weltweit tätiges biopharmazeutisches Unternehmen, das führend in der Entwicklung von Therapien auf dem Gebiet des Komplementsystems ist, gab kürzlich die Top-Line-Daten der Phase-III-Studien DERBY und OAKS zum Auswertungszeitpunkt nach 24 Monaten bekannt. Es zeigte sich über den nun ausgewerteten kompletten Studienverlauf hinweg
eine zunehmende Wirkung von intravitreal verabreichtem Pegcetacoplan. Die Substanz ermöglicht eine gegen den Komplementfaktor C3 gerichtete Therapie bei der sekundär zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) entstehenden Geografischen Atrophie (GA).

„Ich bin beeindruckt von der im Therapieverlauf zunehmenden Wirksamkeit, die darauf hindeutet, dass Pegcetacoplan eine steigende Anzahl an Photorezeptorzellen in der Netzhaut (Retina) erhält, die direkt für das Sehen verantwortlich sind“, sagte Eleonora Lad (Lead Principal Investigator der OAKS-Studie, Associate Professor of Ophthalmology, Director of Ophthalmology Clinical Research Unit, Duke University Medical Center). „Der durch die GA verursachte Sehverlust ist für die Patientinnen und Patienten verheerend und nimmt ihnen die Fähigkeit für wichtige tägliche Aufgaben wie Autofahren, Lesen und das Erkennen von Gesichtern.“

In einer vorab spezifizierten Analyse des GA-Läsionswachstums über den gesamten Studienzeitraum von 24 Monaten zeigte sich sowohl bei monatlicher als auch bei EOM-Gabe von Pegcetacoplan eine klinisch bedeutsame Reduzierung des GA-Läsionswachstums im Vergleich zu Sham (alle p-Werte nominal):

  • DERBY: 19%ige Reduktion bei monatlicher Injektion (p = 0,0004); 16%ige Reduktion bei EOM-Gabe (EOM = every other month, Applikation im Zweimonatsintervall; p = 0,0030)*
  • OAKS: 22%ige Reduktion bei monatlicher Injektion (p < 0,0001); 18%ige Reduktion bei EOM-Gabe (p = 0,0002)*

Innerhalb der Studienmonate 18 bis 24 nahm die Wirksamkeit der Pegcetacoplan-Behandlung im Vergleich zu den vorangegangenen sechs Monaten mit einer deutlichen Reduzierung des GA-Läsionswachstums gegenüber Sham zu (alle p-Werte nominal). Die zunehmende Wirksamkeit im Vergleich zu Sham war dabei auf eine stärkere Verlangsamung des Läsionswachstums durch Pegcetacoplan zurückzuführen, und nicht auf eine Zunahme der Läsionswachstumsrate in der Sham-Gruppe, die in jedem der vier Sechsmonatsintervalle sehr konstant war (1,0 ± 0,05 mm2):

  • DERBY: 36%ige Reduktion bei monatlicher Injektion (p < 0,0001); 29%ige Reduktion bei EOM-Gabe (p = 0,0002)*
  • OAKS: 24%ige Reduktion bei monatlicher Injektion (p = 0,0080); 25%ige Reduktion bei EOM-Gabe (p = 0,0007)*

Weitere Datenauswertungen zeigten, dass die Reduktion des GA-Läsionswachstums bei Patientinnen und Patienten mit extrafovealen Läsionen zwischen dem 18. und 24. Monat vergleichbar mit der Reduktion der fovealen Läsionen war (28 % bei monatlicher Injektion, 28 % bei EOM-Gabe versus 34 % bei monatlicher und 28 % bei EOM-Gabe; die Daten resultieren aus der Kombination beider Studien. Erwartungsgemäß zeigte sich nach 24 Monaten kein klinisch bedeutsamer Unterschied zwischen der Pegcetacoplan- und der Sham-Gruppe bzgl. der wesentlichen sekundären Endpunkte der Sehfunktion. Andere Untersuchungen konnten bereits zeigen, dass das Wachstum von GA-Läsionen über einen längeren Zeitraum mit dem Verlust der Sehfunktion korreliert [1]. Vermutlich sind die Ergebnisse zur Sehfunktion in DERBY und OAKS nach 24 Monaten auf die Limitationen der Endpunkte bei GA und den relativ frühen Bewertungszeitpunkt zurückzuführen. Die Patientinnen und Patienten werden im Rahmen der Verlängerungsstudie GALE für weitere drei Jahre mit Pegcetacoplan behandelt. „Diese Daten untermauern das Potenzial von Pegcetacoplan, sowohl in der monatlichen Anwendung als auch bei der Injektion alle zwei Monate“, kommentierte Patrik Grandits, Vice President und General Manager DACH der Apellis Germany GmbH, die neuen Daten. „Nun hoffen wir auf eine schnelle Zulassung", so Grandits weiter.

Pegcetacoplan demonstrierte weiterhin ein günstiges Sicherheitsprofil, das mit den Sicherheitsdaten bis zum heutigen Tag und den Erfahrungen bei einer längerfristigen Exposition intravitrealer Injektionen konsistent ist. Zwischen den Studienmonaten 18 und 24 wurden keine Fälle von Endophthalmitis registriert, über den gesamten Zeitraum von 24 Monaten lag die Rate an infektiösen Endophthalmitiden bei 0,034 % pro Injektion und die Rate an intraokularen Inflammationen bei 0,24 % pro Injektion, was den in anderen Studien mit intravitrealen Injektionen berichteten Raten entspricht [2-4]. Über den Zeitraum von 24 Monaten wurden keine Fälle von okklusiver Vaskulitis oder Retinitis berichtet, und zwischen den Monaten 18 und 24 wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse wie ischämische Optikusneuropathie gemeldet.

Die kombinierte Rate neu auftretender Exsudationen nach Monat 24 betrug 11,9 %, 6,7 % bzw. 3,1 % bei monatlicher bzw. EOM-Gabe von Pegcetacoplan bzw. Sham*. Die jetzt berichteten 24-Monatsergebnisse werden in die EU Zulassungsbeantragung Ende dieses Jahres einfließen. Die detaillierten DERBY- und OAKS-Daten werden zukünftig auf medizinischen Kongressen präsentiert werden. Pegcetacoplan weist damit das Potenzial auf, die erste zugelassene Behandlung der GA überhaupt zu werden. Die Zulassungseinreichung bei der FDA in den USA ist bereits erfolgt und für die EU bei der EMA für Ende dieses Jahres geplant.

Quelle: www.apellis.com

* Apellis data on file

Literatur
1. Sunness JS et al (1999) Ophthalmology 106: 1768–1779
2. Morioka et al (2020= Incidence of endophthalmitis after intravitreal injection of an anti-VEGF agent with or without topical antibiotics. Scientific Reports 2020
3. Kiss et al (2018) Endophthalmitis rates among patients receiving intravitreal anti-VEGF injections: a USA claims analysis. Clin Ophthalmol
4. Cox et al (2021) Inflammatory complications of intravitreal anti-VEGF injections. J Clin Med 2021