Ausgaben der GKV noch höher als bislang angenommen

Mitten in den Diskussionen um das von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorgestellte Sparpaket veröffentlicht das Bundesgesundheitsministerium (BGM) Zahlen, nach denen die geplanten Einsparungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sogar noch erhöht werden müssten. Demnach hatte der Schätzerkreis die Ausgaben für das 1. Quartal 2026 niedriger angesetzt, als sie tatsächlich waren. Während ein BMG-Sprecher die Lage der GKV als „ernst“ bezeichnete, ohne genaue Zahlen nennen zu wollen, beruft sich das Deutsche Ärzteblatt auf einen ihm vorliegenden Bericht aus dem BMG.

Demnach sind die Leistungsausgaben im ersten Quartal 2026 um 8,1 % gestiegen. Der GKV-Schätzerkreis hatte jedoch lediglich mit einem Anstieg von 6,7 % gerechnet. Da die Nettoverwaltungskosten gleichzeitig um 0,3 Prozentpunkte weniger stark zunahmen als erwartet, ergibt sich insgesamt ein Ausgabenanstieg von 7,8 %. Selbst wenn sich das Ausgabenwachstum im weiteren Verlauf des Jahres 2026 auf 7,5 % abschwächen sollte, würden dadurch weiterhin zusätzliche Kosten in Höhe von 3,5 Milliarden Euro entstehen.

Nach der bisherigen Rechnung wollte das BMG mit dem Sparpaket eigentlich einen Puffer von 1 Milliarde Euro schaffen. Dieser sollte sich 2027 aus der Differenz zwischen dem erwarteten Defizit von 15,3 Milliarden Euro und den Sparpaket-Einsparungen von 16,3 Milliarden Euro ergeben. Sollten sich die Ausgaben tatsächlich auf 18,8 Milliarden Euro erhöhen, stünde am Ende der Rechnung ein neues Minus von 2,5 Milliarden Euro.