Die Forschungsabteilung Experimentelle Chirurgie der Klinik für Chirurgie an den Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum ist mit dem erstmals vergebenen AIM3R-Award der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum ausgezeichnet worden. Mit dem Preis werden Forschungsprojekte gewürdigt, die neue Wege in der medizinischen Forschung gehen und dabei besonders auf Tierwohl achten. Grundlage ist das sogenannte 3R-Konzept, das für Ersetzen, Verringern und Verbessern von Tierversuchen steht (Replace–Reduce–Refine). Ziel ist es, Tierversuche wo immer möglich zu vermeiden oder zumindest deutlich zu reduzieren. Ausgezeichnet wurde das Projekt „KIAassE-Integration“ der Forschungsabteilung. Darin haben die Forschenden ein spezielles 3D-Testsystem aus menschlichen Zellen entwickelt, mit dem sich neue Materialien für Implantate – etwa für künstliche Gelenke oder andere Implantate – untersuchen lassen. Großer Vorteil: Diese Tests kommen komplett ohne Tierversuche aus und können dennoch sehr genau vorhersagen, wie sich ein Implantat später im menschlichen Körper verhalten wird. „Mit diesem Projekt zeigen wir, dass moderne medizinische Forschung leistungsfähig, patientennah und gleichzeitig ethisch verantwortungsvoll sein kann“, erklärt Dr. Jochen Salber, Arzt, Chemiker und Forschungsdirektor in der Abteilung für Experimentelle Chirurgie, „die Auszeichnung ist eine große Anerkennung für die Arbeit unseres Teams“. Prof. Dr. med. Andreas Schnitzbauer, der seit August 2024 Direktor der Chirurgischen Klinik der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum und der Abteilung für Experimentelle Chirurgie am Zentrum für Klinische Forschung der Ruhr-Universität Bochum ist, ergänzt „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der 3R-konformen Forschung und stärkt den Forschungsstandort Bochum nachhaltig“. Der AIM3R-Award ist mit 6000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird gezielt eingesetzt, um die Forschung weiterzuführen, die neuen Testverfahren innerhalb der Bochumer Universitätsmedizin anzubieten und sie auch international in Forschungsprojekten nutzbar zu machen.
