Die Bundesärztekammer hat Ende Juli 2026 das Positionspapier „Auswirkungen der Leistungsgruppenplanung auf die ärztliche Weiterbildung – Bedeutung von Weiterbildungsverbünden“ veröffentlicht. Das Papier analysiert die Folgen der Krankenhausreform für die ärztliche Weiterbildung. So wird das Ziel, die Versorgungsqualität zu verbessern und medizinische Leistungen in Leistungsgruppen zu bündeln, generell begrüßt. Die Bundesärztekammer weist jedoch darauf hin, dass die Reform erhebliche Risiken und Herausforderungen birgt. So können zukünftig bestimmte Weiterbildungsinhalte nur noch an ausgewählten Standorten erworben werden. Besonders betroffen sind Fachgebiete wie Anästhesiologie, Orthopädie, Unfallchirurgie, Frauenheilkunde, Radiologie, da nicht mehr alle Weiterbildungsstätten das gesamte Spektrum abdecken können. Um eine vollständige und strukturierte Weiterbildung zu ermöglichen, wird die Bedeutung von Weiterbildungsverbünden, zu denen sich mehrere Einrichtungen zusammenschließen, ansteigen. Die Bundesärztekammer fordert in ihrem Positionspapier, dass die Weiterbildung stärker in der Krankenhausplanung berücksichtigt wird, rechtliche und organisatorische Hürden für Verbünde abgebaut und die Finanzierung sowie arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen verbessert werden. So sollte beispielsweise ein Arzt in Weiterbildung einen Arbeitsvertrag für die gesamte Weiterbildungszeit bei einem Verbundpartner erhalten und unkompliziert zwischen den Einrichtungen rotieren können, ohne jedes Mal einen neuen Vertrag abschließen zu müssen. Ziel sollte es ein, die Qualität und Vollständigkeit der ärztlichen Weiterbildung trotz der neuen Strukturen zu sichern.
Das vollständige Positionspapier ist auf der Internetseite der Bundesärztekammer veröffentlicht.
