Robotische Systeme treiben medizinischen Fortschritt in Versorgung, Forschung und Lehre voran. Die DGAV hat die Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKD) Ende 2025 als Exzellenzzentrum für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie zertifiziert. Diese Zertifizierung bestätigt den Anspruch als nationales und internationales Spitzenklinikum. Mit der Auszeichnung gehört das UKD zu nur fünf Exzellenzzentren dieser Art in Deutschland – das einzige zertifizierte Zentrum Sachsens. Mit der Zertifizierung würdigt die DGAV Einrichtungen, die höchste Qualitätsstandards, umfassende klinische Erfahrung sowie exzellente Leistungen in Patientenversorgung, Forschung und Lehre im Bereich MIC und robotische Chirurgie nachweisen. Für die Patienten bedeutet dies moderne, besonders schonende Operationsverfahren, die mit kleineren Schnitten, weniger Schmerzen und kürzeren Krankenhausaufenthalten. Am UKD werden zwei verschiedene OP-Robotiksysteme eingesetzt. Jährlich werden an der Dresdner Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie über 3000 Patienten behandelt – überwiegend mit komplexen und onkologischen Erkrankungen. Von etwa 900 minimal-invasiv operierten Eingriffen/Jahr erfolgen 300 Eingriffe bereits robotisch assistiert. Die Robotertechnik ermögliche selbst hochkomplexe Operationen präzise und minimal-invasiv durchzuführen und eröffne neue therapeutische Möglichkeiten. Die Steuerung erfolgt über eine Konsole mit 3D-Darstellung des OP-Feldes. „Heute verfügen wir über einen der breitesten Erfahrungsschätze in Deutschland“, sagt Prof. Dr. med. Marius Distler, seit Mai 2024 Inhaber der Professur für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie an der Dresdner Medizinischen Fakultät und Initiator der Zertifizierung. „Die Zertifizierung als Exzellenzzentrum bestätigt unsere Entwicklung und ist zugleich Ansporn, innovative Verfahren der minimal-invasiven und robotischen Chirurgie konsequent weiter auszubauen und in die Patientenversorgung zu integrieren.“ Täglich werde in bis zu neun Operationssälen operiert, darunter mehrere speziell für MIC und robotische Verfahren ausgestattet. Neben der modernen technischen Ausstattung würdigte das Audit insbesondere die klaren Qualitätsstandards, strukturierten Behandlungsprozesse sowie die konsequente Weiterentwicklung des Fachgebiets. „Robotische Chirurgie ist ein dynamisches Feld mit hoher Innovationsgeschwindigkeit“, erklärt Klinikdirektor Prof. Dr. med. Jürgen Weitz. „Unser Anspruch ist es, neue technologische Entwicklungen verantwortungsvoll zu prüfen, strukturiert einzuführen und dauerhaft eine kontinuierlich hohe Versorgungsqualität für komplexe onkologische Erkrankungen bereitzustellen.“
Die Professur stärkt das Zukunftsfeld Robotische Chirurgie
Mit zunehmendem Einsatz robotischer OP-Techniken hat auch die universitäre Lehre reagiert und eine neue Professur für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden mit Marius Distler besetzt. Die Professur ist der Weitz’schen Klinik zugeordnet. Diese moderne hochtechnische Chirurgie erfordert neben operativer Expertise ein tiefes technisches Verständnis sowie strukturierte Trainingskonzepte. Die Professur wird diese Kompetenzen systematisch vermitteln und die nächste chirurgische Generation gezielt auf diese hochkomplexen und technologiegestützten Eingriffe vorbereiten. Die Zertifizierung gilt für drei Jahre, eine Rezertifizierung ist vorgesehen. Die onkologische Expertise sowie eine konsequente Weiterentwicklung der Klinik werde gewürdigt und auch weiterhin durch die Integration neuer Robotergenerationen wie auch die Bündelung hochspezialisierter chirurgischer Leistungen in einer zentralen Struktur vorangetrieben. Mit der Auszeichnung unterstreiche das UKD seinen Anspruch als national und international sichtbares Spitzenklinikum und zentraler Versorgungsstandort.
