Prof. Dr. med. Thilo Welsch (47) ist seit Anfang Dezember 2024 neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main. Welsch kommt von der Chirurgie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, wo er Stellvertreter von Prof. Dr. med. Thilo Hackert als Klinikdirektor der Chirurgischen Onkologie und Geschäftsführender Oberarzt war. Welsch ist Nachfolger von Prof. Dr. med. Thomas W. Kraus (63), der seit Mitte 2005 in Frankfurt tätig war. Welsch gilt als Experte für Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie die komplexe minimalinvasive tumorchirurgische Behandlung von Speiseröhre, Magen, Leber, Pankreas und Kolorektum. Chirurgisch lebt der Frankfurter Schwerpunktversorger Nordwest-Krankenhaus in der Steinbacher Hohl mit seinen heute knapp 600 Betten noch immer im Schatten seines ersten Chirurgen Edgar Ungeheuer, der einst gerne von seinem Krankenhaus der Maximalversorgung am Rande der Großstadt sprach. Das in den 1960er Jahren neu etablierte Haus im Frankfurter Ortsteil Praunheim konnte großzügig ein breites Spektrum anbieten, was unter den beengten Verhältnissen im Universitätsklinikum am Mainufer kaum möglich war. „Die Onkologie des Krankenhauses Nordwest hat weit über die Grenzen Frankfurts hinaus einen hervorragenden Ruf und ich freue mich, dass ich Teil dieses erfolgreichen interdisziplinären Teams werde“, sagt Welsch, der am Krankenhaus Nordwest in den kommenden Monaten und Jahren eine Menge zum Wohl der Patienten entwickeln möchte. Hier schaut er unter anderem auf die heutzutage schon fast unverzichtbare Roboter-assistierte Chirurgie, von der die Kranken deutlich profitieren könnten. Der Neue ist gebürtiger Hamburger und in der Bodenseeregion aufgewachsen. Er hat in Heidelberg und im US-amerikanischen Baltimore studiert, wurde in Heidelberg promoviert und hat dort auch habilitiert. Am Universitätsklinikum Dresden war er ab 2013 Oberarzt mit steigender Verantwortung und wurde 2018 Leitender Oberarzt und Stellvertreter von Prof. Dr. med. Jürgen Weitz – dort folgte er parallel dem Ruf auf die W2-Professur für Chirurgische Onkologie, zugleich sein Forschungsschwerpunkt. Welsch war von Herbst 2021 bis 2023 Chefarzt für Chirurgie am Klinikum Ravensburg und wechselte im April 2023 an seine letzte Position ans UKE nach Hamburg. Das Krankenhaus Nordwest verfügt über mehrere spezialisierte onkologische Zentren, wo der Tumorchirurgie bei der integrierten Krebsbehandlung etwa an Darm, Niere oder Speiseröhre eine entscheidende Bedeutung zukommt. Hier sieht der Familienvater Thilo Welsch die Verbindung zwischen Medizin, Forschung und Lehre, wie er sie versteht, mit größter Relevanz für eine umfassende Versorgung.
