Bergita Ganse ist ab 1. März 2026 neue Professorin für Experimentelle Muskuloskelettale Medizin in der Fachrichtung Chirurgie der Universität des Saarlandes. Zuvor hatte sie auf dem Campus Homburg/Saar die zeitlich befristete Werner-Siemens-Stiftungsprofessur für innovative Implantat-Entwicklung inne. Zu ihren Spezialgebieten zählen intelligente Implantate, die Frakturheilung und Immobilisation verletzter Körperteile, der Leistungsabfall im Alter und die Raumfahrt-Medizin. An der Universität des Saarlandes koordiniert Bergita Ganse seit 2021 das Projekt „Smarte Implantate“, wo Forschungsteams aus Medizin, Ingenieurwissenschaft und Informatik an maßgeschneiderten Implantaten arbeiten, die im Körper die Frakturheilung kontrollieren und aktiv fördern. Das Projekt wurde von der Werner-Siemens-Stiftung mit acht Mio. Euro gefördert und nun zum Abschluss nochmals zusätzlich mit einer Million Euro. Bei weiteren Forschungsprojekten arbeitet Ganse mit der ESA, dem DLR und der NASA zusammen. Zudem werden ihre Forschungsvorhaben von EU, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, der DFG und Bundesministerien gefördert. Die DGU zeichnete Bergita Ganse beim DKOU 2025 mit ihrem Innovationspreis für ein neuartiges Verfahren zur Überwachung der Frakturheilung mit handelsüblichen Messgeräten ohne Röntgenstrahlung aus. Für ihre Lehre wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 2. Platz des Preises für Hochschullehre der Homburger Fachschaft Medizin. In Homburg hält sie auch eine Vorlesung zur Weltraummedizin, die allen Studierenden offensteht. Bergita Ganse studierte in Halle und Lübeck, wo sie 2007 auch promoviert wurde. Nach Stationen an der Berliner Charité und am Universitätsklinikum Köln forschte sie 2011 bis 2014 am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR über das muskuloskelettale System im Weltraum sowie über Verletzungen und Knochenadaptation bei Seniorenathleten. Seit 2014 ist Ganse Fachärztin für Physiologie, verfügt seither über die ZB Sportmedizin und seit 2025 für Notfallmedizin. 2019 wurde sie Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie und habilitierte sich in Aachen auch in Experimenteller Unfallchirurgie. Von 2019 bis 2021 war sie mit einem DFG-Forschungsstipendium an der Manchester Metropolitan University und führte parallel am DLR Köln eine Bettruhestudie durch, um zusammen mit NASA und ESA den Muskelabbau im All zu erforschen. Aktuell arbeitet sie an einem Projekt zu Muskeln und Knorpel auf der Concordia-Station in der Antarktis.
