In memoriam Bernd Ruhnke (1953–2025)

Bernd Ruhnke © PD

Der ehemalige Chefarzt für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie am Klinikum Gütersloh, Dr. med. Bernd Ruhnke, ist tot. Er starb am 28. September 2025 nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Über zwanzig Jahre arbeitete er in Gütersloh und hat sich dort ein sehr hohes Ansehen erworben. Er hat seinen Bereich sukzessive aufgebaut und der Klinik für Plastische-, Ästhetische und Handchirurgie zu großer, auch überregionaler Bedeutung verholfen. Von 2010 bis 2014 war der fußballbegeisterte Bernd Ruhnke auch Präsident des FC Gütersloh. In seiner Amtszeit schaffte er mit dem Verein 2012 den Wiederaufstieg in die Oberliga. Auch pflegte er schon früh engere Kontakte zu Werder Bremen und dem HSV, für den er auch handchirurgisch tätig war. Bernd Ruhnke war zum 28. Februar 2018 mit 64 Jahren in den Ruhestand getreten. Mit dem Klinikum hatte er eine vorzeitige Vertragsauflösung vereinbart, da er den damals geplanten strukturellen Veränderungen nicht folgen, aber auch nicht im Weg stehen wollte. – Bernd Ruhnke wurde am 31. März 1953 in Lübeck geboren. Er hat u.a. in Hannover, Düsseldorf und Göttingen studiert – Anfang der 1990er wurde er promoviert. Seine vielfältigen Interessen zogen ihn zwischendurch immer wieder in die Welt hinaus – so arbeitete er für ein Jahr in Liberia und Kenia, später ging er für zwei Jahre als Arzt und Expeditionsleiter an die Georg-von-Neumayer-Station in der Antarktis. Auch war er viele Jahre für die Deutsche Luftrettung weltweit unterwegs. Zurück in Deutschland wechselte er dann aus einer Position als leitender Oberarzt von Leipzig 1997 an das Klinikum Gütersloh. Hier war er wiederum zunächst als leitender Oberarzt für die Handchirurgie in der Chirurgischen Klinik tätig, parallel baute er seine Spezialität auf und aus, ehe er schließlich 2008 Chefarzt der neuen Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie am Klinikum in Gütersloh und am Standort Rheda wurde. Der Facharzt für Chirurgie und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit ZB Handchirurgie war zuvor u.a. in Bremen, Ludwigshafen und Leipzig tätig. Ein plastischer und Handchirurg mit Ruhnkes Qualifikation war damals gesucht, vor allem da man in der hochindustrialisierten Region Gütersloh mit seinen holzverarbeitenden Betrieben und daraus folgenden Unfallrisiken unbedingt einen Handchirurgen benötigte. Ruhnke deckte aber u.a. mit der rekonstruktiven Chirurgie, dem Brustwiederaufbau mit Eigengewebe, Transplantationen von Muskelgewebe bis zur ästhetischen Chirurgie ein größeres Spektrum ab. In den ersten Jahren nahm er 600 bis 800 Eingriffe pro Jahr vor, in den Folgejahren mit steigendem Personal und steigender Qualifikation konnte er sein OP-Pensum kürzen. Er war stolz auf sein Team, welches ihn fast während seiner gesamten Zeit in Gütersloh begleitet hat. Ohne diese Unterstützung hätte er weder eine eigenständige Klinik etablieren noch erfolgreich betreiben können. Humanitäre plastische Chirurgie war für Ruhnke auch immer ein großes Anliegen und er operierte in diesem Rahmen viele bedürftige Kinder aus Krisengebieten in Zusammenarbeit mit dem Friedensdorf Oberhausen und Interplast.