Klinische Erfahrung mit dem OTSC Proctology®: eine Multizenter-Analyse

Das Ziel der retrospektiven, noch unveröffentlichten Analyse war es, die Anwendung des Over-The-Scope-Clip-System (OTSC) Proctology® auf die chirurgische Praktikabilität und die Langzeitergebnisse zu untersuchen. Die Analyse erfolgte in vier Zentren (Heinrich Braun Klinikum Kirchberg, Klinikum Immenstadt, Isarklinikum München, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München) von November 2012 bis April 2018. Primärer Endpunkt war der klinische Erfolg, sekundärer Endpunkt der Fistelverschluss. Insgesamt wurden 62 Patienten (42m/20w; medianes Alter 50 Jahre (25–84)) im genannten Zeitraum mit einem OTSC Proc­tology behandelt: 27 tief transsphinktere, 19 hoch transsphinktere, fünf intersphinktere, neun suprasphinktere und zwei extrasphinktere Fisteln. In 87 Prozent der Fälle lag eine kryptoglanduläre Fistel vor, bei 34 Prozent handelte es sich um Fistelrezidive nach anderer Fisteltherapie. Das Operationsverfahren war bei allen fünf Operateuren standardisiert: Debridement des Fistelgangs mit anschließender Spülung sowie Ausschneidung des Anoderms vor dem Fistelschluss und der Exzision der äußeren Fistelmündung. Die durchschnittliche Operationszeit betrug 32 Minuten. Das Follow-Up lag bei durchschnittlich 26 Wochen. Eine Heilung nach Clipapplikation wurde insgesamt bei 87 Prozent (54/62) beobachtet. Fistelrezidive traten bei zwei Patienten auf (3 %). Eine Beeinträchtigung der Kontinenz kam in keinem der Fälle vor. Zusammenfassend stellt der OTS-Clip eine chirurgische Alternative zum Verschluss bei kryptoglandulären Fisteln im Anal/Rektalbereich dar. Im Gegensatz zur sehr aufwendigen operativen Fistelsanierung ist die Applikation des OTS-Clip eine technisch einfache, schnelle und sichere Option – mit niedrigem Komplikationsrisiko und guten Heilungsraten.

Ovesco Endoscopy AG, Dorfackerstraße 26, 72074 Tübingen
Tel. +49 (0)7071 96528-160, www.ovesco.com, service@ovesco.com