Kristina Pfau und Lorenzo Ferro Desideri mit dem Swiss OphthAward 2025 ausgezeichnet

Prof. Dr. Dr. Daniel Barthelmes (jeweils rechts), Präsident der Jury, überreichte die Preise an PD Dr. med. Kristina Pfau (linkes Bild) und Dr. med. Lorenzo Ferro Desideri.

Ende August 2025 hat die Schweizerische Ophthalmologische Gesellschaft während des 118. Jahreskongresses den Swiss OphthAward für junge Forscher in der Augenheilkunde vergeben. Der Award ist mit 10.000 Schweizer Franken dotiert und wird mit Unterstützung der Bayer (Schweiz) AG und Roche Pharma Schweiz AG finanziert. Bereits zum 13. Mal wurden auf diese Weise herausragende Publikationen in der Ophthalmologie oder in angrenzenden Gebieten ausgezeichnet:

Highest clinical relevance

PD Dr. med. Kristina Pfau, vormals Universitätsspital Basel, wurde innerhalb der Rubrik „Highest clinical relevance“ für Ihre Publikation „Topography of slowed dark adaptation in Pseudoxanthoma Elasticum: PROPXE study report 1“ ausgezeichnet. Bei der seltenen genetischen Erkrankung Pseudoxanthoma elasticum (PXE) treten Kalzifizierungen und Fragmentierungen elastischer Fasern in Gefäßwänden, Haut und Netzhaut auf, insbesondere in der Bruch’schen Membran (BrM). Bei der PXE ist die stäbchenbasierte Dunkeladaptation signifikant verlangsamt, besonders in den Regionen mit BrM-Kalzifizierung. Die Preisträgerin untersucht mit ihrer Forschungsgruppe das Ausmaß und das räumliche Muster der Stäbchen- und Zapfendysfunktionen bei PXE und korrelierte diese mit der Kalzifizierung der Bruch‘schen Membran, um in zukünftigen Therapiestudien einen geeigneten Endpunkt zu definieren. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Dunkeladaptometrie und die Beurteilung der BrM-Verkalkung als klinische Instrumente zur Bewertung des Schweregrads und zur Überwachung des Fortschreitens der PXE dienen könnte. Das wiederum ermöglicht eine frühere Intervention, noch vor dem Auftreten einer exsudativen MNV oder Atrophie. In klinischen Studien könnte die Dunkeladaptation als sensibler Endpunkt dienen, der das Verlangsamen der Erkrankung durch neue Medikamente nachweisen kann.

Best Experimental Paper

Dr. med. Lorenzo Ferro Desideri vom Inselspital Bern erhielt die Auszeichnung in der Rubrik „Best Experimantal Paper“ für seine Publikation „Integration of proteomics and artificial intelligence-driven OCT biomarker analysis in central vein retinal occlusion“. In seiner Veröffentlichung kombiniert er erstmals die Analyse von Biomarkern der Netzhaut-OCT mittels künstlicher Intelligenz mit der Proteomik, um die molekularen Mechanismen des zentralen Netzhautvenenverschlusses (CRVO) besser zu verstehen. Er verglich Proteom-Daten aus Kammerwasserproben von CRVO-Patienten mit Makulaödem und einer gesunden Kontrollgruppe mit den Ergebnissen der KI-gestützten OCT-Analyse und fand einen Zusammenhang zwischen der Proteinexpression und OCT-Biomarkern wie Netzhautdicke, intraretinaler Flüssigkeit (IRF), subretinaler Flüssigkeit (SRF) und der Dicke der äußeren Kernschicht (ONL). Er konnte belegen, dass IRF mit Proteinen der Komplementaktivierung und Immunantwort assoziiert ist, während SRF mit Proteinen des oxidativen Stresses und der extrazellulären Matrix in Verbindung steht. Netzhautschichtdicken korrelieren positiv mit Fibrinogen-Beta-Kette und Fibronectin. Die Kombination von KI-gestützter Bildanalyse und Proteomik ermöglicht somit eine präzisere Charakterisierung pathophysiologischer Mechanismen und die Identifikation neuer therapeutischer Zielstrukturen für die Behandlung von Makulaödemen bei CRVO. ​