Langzeitdaten zur Häufigkeit von Reoperationen nach Strabismusoperation

Eine im Fachjournal Ophthalmology veröffentlichte retrospektive Kohortenanalyse liefert repräsentative Referenzwerte zu Reoperationsraten nach Strabismus-Eingriffen. Die US-amerikanische Forschergruppe um Michael X. Repka (Johns Hopkins University School of Medicine, USA) wertete dafür die Gesundheitsdaten von fast 80 Millionen Patienten aus dem IRIS®-Register (Intelligent Research in Sight) aus dem Zeitraum 2013 bis 2022 aus [1].

In der untersuchten Population wurde bei rund 1,95 Millionen Patienten (2,46%) ein Strabismus diagnostiziert, wobei die Verteilung von Exotropie (21,8%) und Esotropie (17,8%) angeführt wurde. Bei insgesamt 125.984 Patienten erfolgte mindestens ein chirurgischer Eingriff. 58% der Operierten waren jünger als 20 Jahre. Bei einem Großteil der Eingriffe wurden die horizontalen Augenmuskeln operiert (79%). Die kumulativen Reoperationsraten über einen längeren Beobachtungszeitraum ergaben einen kontinuierlichen Anstieg: Nach 1 Jahr 5,61%, nach 3 Jahren 8,53%, nach 5 Jahren 10,13%. Interessanterweise wiesen Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 19 Jahren zu allen Nachbeobachtungszeitpunkten die niedrigsten Reoperationsraten auf.

Multivariable Analysen zeigten zudem, dass die Wahrscheinlichkeit einer Reoperation innerhalb des ersten Jahres signifikant von Faktoren wie der ethnischen Zugehörigkeit, dem Versicherungsstatus und der geografischen Region innerhalb der USA beeinflusst wurde. Da die Reoperationsraten in allen Altersgruppen mit zunehmender Dauer kontinuierlich ansteigen, verdeutlicht die Studie den langfristigen und anhaltenden Betreuungs- und Versorgungsbedarf von Schielpatienten.

1. Repka MX et al (2026) Strabismus and strabismus surgery reoperation rates at 1, 3, and 5 years: Analyses from the IRIS® Registry. Ophthalmology 133: 203–213