Der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, Prof. Dr. med. Jens Werner (60), ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) für die Amtsperiode 2026/2027. Er wird den 144. Deutschen Chirurgie Kongress – DCK 2027 leiten, zusammen mit dem Präsidenten Prof. Dr. med. Tobias Keck aus Lübeck für die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und der Kongresspräsidentin Prof. Dr. med. Vera Schellerer aus Greifswald für die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie. Der Präsenzkongress in München findet vom 20. bis 23. April 2027 statt. Dem Hauptkongress ist wiederum der DCK.digital vom 13. bis 15. April 2027 vorgeschaltet. Mit dem Leitthema „Resilienz – acta non verba“ (sinngemäß „Handeln statt Worte“) folgt Werner dem Kölner Neurochirurgen Prof. Dr. med. Roland Goldbrunner nach, der DGCH-Präsident 2025/2026 war. Erster Vizepräsident ist Prof. Dr. Dr. med. Lukas Prantl, Direktor der Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Regensburg, der als DGCH-Präsident 2027/2028 den 145. Jahreskongress 2028 leiten wird. Zweiter Vizepräsident und damit DGCH-Präsident 2028/2029 ist Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. h.c. Jürgen Hoffmann, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg, der das Amt des Kongresspräsidenten 2029 bekleidet.
„Resilienz – acta non verba“
Das Motto des DCK 2027, steht für Werner für mehr als Belastbarkeit. Es beschreibt den Anspruch, Herausforderungen nicht nur zu benennen, sondern ihnen mit konkretem Handeln zu begegnen: Umbrüche bewältigen, Veränderungen aktiv gestalten und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Der Kongress wird u.a. technologische Entwicklungen wie Robotik und KI, onkologische und Transplantationschirurgie, Krisenmanagement und Katastrophenmedizin, Aus-, Weiterbildung und Nachwuchsförderung aufgreifen. Gastnation auf dem DCK 2027 wird Italien sein.
Da die Chirurgie vor tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen steht, werden die Umsetzung des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes sowie die jüngsten Anpassungen im Rahmen des Krankenhausreformanpassungsgesetzes die chirurgischen Fachdisziplinen über Jahre hinaus prägen. „Das Ziel einer qualitativ hochwertigen, flächendeckenden und zugleich bezahlbaren Gesundheitsversorgung ist längst überfällig und absolut wünschenswert“, sagt Werner. Entscheidend sei jedoch die sinnvolle und nachhaltige Umsetzung. „Als Chirurginnen und Chirurgen sowie als Fachgesellschaft sind wir gefordert, diese Entwicklungen konstruktiv und aktiv zu begleiten sowie klar Position zu beziehen.“ Die DGCH sieht sich mit über 30000 assoziierten Mitgliedern in der Verantwortung, die Strukturreformen fachlich fundiert und verantwortungsvoll mitzugestalten. „Fallzahlvorgaben, Zentralisierung und Qualitätssicherung müssen Behandlungsqualität und Patientensicherheit nachhaltig stärken, ohne die gut erreichbare Versorgung aus dem Blick zu verlieren“, so Werner.
Jens Werner ist Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am LMU-Klinikum München – Campus Großhadern und Innenstadt – sowie stellvertretender Direktor des LMU Comprehensive Cancer Center. Er studierte in Heidelberg, wo er 1993 promoviert wurde, Birmingham und Baltimore. 1993 startete er als AiP seine Karriere bei Professor Christian Herfarth in der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, von 1995 bis 1997 absolvierte er ein Research Fellowship bei Andrew Warshaw am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School in Boston, USA. 2001 folgte die Habilitation. Bei Professor Markus W. Büchler war er ab 2002 Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg. Dort leitete er von 2007 bis 2013 die Sektion Pankreaschirurgie, wurde 2010 Geschäftsführender und Leitender Oberarzt. 2007 erwarb er einen Executive MBA in Health Care Management. 2014 übernahm Jens Werner die Nachfolge am Münchner Lehrstuhl der LMU von Professor Karl-Walter Jauch. Zu Werners wissenschaftlichen und klinischen Schwerpunkten zählen die onkologische Chirurgie von Pankreas, Leber, Ösophagus, Magen- und Rektum, wie auch Pankreatologie und viszerale Transplantationsmedizin. Er ist in verschiedenen Fachgesellschaften aktiv und gehört seit 2020 dem Geschäftsführenden Vorstand der DGAV an, deren Präsident er 2022/2023 war. Seit 2022 ist er im Vorstand der ACO der DGAV, seit 2023 im Vorstand der CA-ROBIN und Leiter der International Study Group of Pancreatic Surgery. Er ist Editor-in-Chief von Visceral Medicine, ferner Mitglied verschiedener Editorial Boards. Auch ist er Vorstandsmitglied des Wissenschaftlichen Beirats der BÄK und der Wilhelm-Sander-Stiftung, ferner aktiv im Bayerischen Expertenrat Gesundheitssicherheit.
